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Still Tryinʼ

Christoph Beck Quartet

Rosenau Records/Galileo ROSE009
(51 Min., 4/2019)

Manche der Themen von Christoph Beck hallen im Gedächtnis noch nach, wenn die Stücke längst verklungen sind. Sie schwingen auf und ab, und mehr noch: In seinem Ton klingen so viele Klangnuancen, als würde der Saxofonist sie singen. Obertonreich ist sein Ton, eher schmal und konzentriert, manchmal mit einem leichten Hauch von Luft angereichert, zwischendurch mit einem leichten Vibrato angewärmt, zudem klar und nicht im Volumen schwelgend.
Wie selbstverständlich schweben Becks Melodien über der begleitenden Band. Dabei intoniert er meist nur kürzere Bögen, doch diese fügen sich zu einer weiträumigeren Konstruktion zusammen. In ihr bleibt Raum für seine Partner, den Pianisten Andreas Feith, den Kontrabassisten Sebastian Schuster und den Schlagzeuger Thomas Wörle. Sie begleiten sehr präsent und spielen wesentlich einfallsreicher, als die Rollenteilung vermuten ließe.
Dabei verzichten sie auf vordergründige Modernismen. Genauso wenig tappen sie in die Retrofalle. Eine nicht zu große Portion Hard Bop, viel Balladengefühl, das für viele europäische Jazzer typische An- und Abschwellen der Intensität, ein beschwingter Puls anstelle des klassischen Swing, ein kammermusikalisches Konzept und der vollständige Verzicht auf klangmodifizierende oder -erzeugende Elektronik prägen das Quartett außerdem. Damit passt es in keine der gängigen Schubladen außer der einen: Das Quartett steht mit viel Fantasie für die europäische Variante des akustischen Jazz.

Werner Stiefele, 01.02.2020



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