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Good Hope

Dave Holland, Zakir Hussain, Chris Potter

Edition Records/Membran EDN 1136
(66 Min., 9/2018)

Unvergessen bleibt Zakir Hussains Platte „Making Music“, auf der er 1987 die skandinavische Melodik von Jan Garbarek, das Kontinente übergreifende Gitarrenspiel von John McLaughlin sowie die indische klassische Musik, verkörpert durch den Flötisten Hariprasad Chaurasia und das eigene Tablaspiel zusammenbrachte. Bis heute zählt sie zu den Meilensteinen auf dem Weg zur „Weltmusik“, also einer Musik, die Einflüsse verschiedener Kulturregionen verschmilzt. Er selbst, Sohn des Tabla-Virtuosen Alla Rakha und Schüler von Sitar-Virtuose Ravi Shankar, hatte um 1975 in zwei unterschiedlichen Projekten die Fusion von westlicher und indischer Musik vorangebracht: einmal in der Band Shakti mit John McLaughlin und außerdem als Partner des Saxofonisten John Handy.
Mit solchen (und anderen) Referenzen ausgestattet, spielte er im September 2018 das Album „Good Hope“ ein. Wie zu erwarten war, versteht sich das Trio blindlings. Der Brite Dave Holland zählt zu den weltoffensten Kontrabassisten des Jazz, der weit über die Grenzen seines Ur-Genres hinausdenkt, sich in vielen Projekten mit komplexen Rhythmen jenseits der Jazztradition befasst hat und zudem häufig mit dem amerikanischen Saxofonisten Chris Potter zusammengearbeitet hat. Der wiederum erweist sich auf all seinen Veröffentlichungen als offener, aufnahmefähiger Musiker, der sich in verschiedene Kontexte einfinden kann, ohne die eigene Identität zu verlieren.
Nimmt man nur die Herkunft aus unterschiedlichen Musikkulturen, müssten in diesem Trio Welten aufeinander prallen. Geschieht aber nicht, den die drei haben ihre Melodien und Rhythmen so sorgfältig aufeinander abgestimmt, dass sich die Percussions-Rhythmen in Bass und Saxofon spiegeln und deren Rhythmen und Melodien auf die Percussioninstrumente wirken. Ein beständiges Geben und Nehmen entsteht so, eine freundschaftliche Kommunikation, ein steter Fluss, bei dem irgendwann die Herkunft der Klänge unwichtig wird.
In den acht Titeln bilden einprägsame Melodielinien, tänzerische Figuren von Bass und Saxofonen eine wunderbare Einheit mit den komplexen, überwiegend auf der Tabla, aber auch auf Kanjira, Chanda und Madal gespielten Rhythmen, wobei alle drei unauffällig vom Vorder- in den Hintergrund und zurück wechseln und dennoch nie zu reinen Begleitern werden. Eine rundum schlüssige musikalische Einheit entsteht so – also das glatte Gegenteil einer weltmusikalischen Begegnung, bei der lediglich Statements ausgetauscht würden und jeder in seiner erlernten Klangwelt verbliebe. Dave Holland, Zakir Hussain und Chris Potter gelang das Kunststück, als kohärentes Ensemble zu musizieren. Dass dies so wunderbar funktioniert, ist tatsächlich eine gute Nachricht und steht für die „Good Hope“, dass derartiges auch in anderen Bereichen klappt.

Werner Stiefele, 19.10.2019



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