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Wolfgang Amadeus Mozart

„MoZart“ (Ouvertüren und Arien)

Daniel Behle, L’Orfeo Barockorchester, Michi Gaigg

Sony 19075964582
(70 Min., 6/2018)

Er hat es wollen wissen. Ein Album mit Mozart-Arien, das ganze Programm, vom frühen Judith-Oratorium „La Betulia liberata“ bis zum noch einmal die Seria-Form erfüllenden römischen Kaiser Titus. Dazwischen die lyrisch liebenden Belmonte, Ferrando, Don Ottavio, Tamino sowie die mythischen Figuren Ozia, Gouverneur von Betulien, und Idomeneo, König von Kreta. Die Vaterrolle, nicht den (in der Zweitfassung vom Kastraten zum Tenor mutierten) Idamante. Das weist darauf hin: Hier breitet kein junger Tenor seinen Musterkoffer aus, hier tritt, nach diversen anderen Alben, ein gereifter Sängerdarsteller an. Daniel Behle befindet sich bereits im leichteren Wagner-Fach, der Bayreuther David zeugt davon, für diese Saison sind der erste Lohengrin in Dortmund und Florestan in Hamburg terminiert. Auch im Rossini- und im Barockfach hat er koloraturensicher reüssiert.
Die Mozart-Jungs singen nie wirklich hoch, das kommt ihm entgegen. Aber ein wenig matt klingt die sicher geführte Stimme dann schon. Da wird so manches angetippt, in allen vier Belmonte-Arien metiersicher Schwierigkeit umschifft. Der Sohn von Renate Behle ist ein gewiefter Praktiker, auch ein gestalterisch sattelfester, wortsinnvoller Interpret. Die immer noch knabenhafte Stimme hat wenig Farben, klingt nicht nach Mitte vierzig, aber wirkt über ein ganzes Mozart-Rezital leider zu gleichförmig. Behle hat diese Herausforderung geschafft. Jetzt weiß er es. Und Michi Gaigg am Pult ihres L’Orfeo Barockorchesters ist zudem in diversen Ouvertüren eine abwechslungsreich vitale Begleiterin.

Matthias Siehler, 07.09.2019



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