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Anton Bruckner

Sinfonie Nr. 7

NDR Elbphilharmonie Orchester, Alan Gilbert

Sony 19075979532
(66 Min., 6/2019)

Seit Saisonbeginn ist der Amerikaner und Ex-Chef der New Yorker Philharmoniker Alan Gilbert neuer Leiter des NDR Elbphilharmonie Orchesters. Gleich für die erste gemeinsame diskografische Visitenkarte hat man sich mit der 7. Sinfonie von Anton Bruckner ein romantisches Schwergewicht ausgesucht, bei dem sich schon zu Beginn große Hürden auftun. Denn bei dem kammermusikalischen Geflecht, bei dem die einzelnen Orchestergruppen bzw. ihre Solostimmen gefragt sind, muss alles nicht nur in aller Ruhe klar und konturiert herausgearbeitet und ausmusiziert werden. Es darf, ja es sollte durchaus verlockend duften. Genau das gelingt Gilbert und dem Orchester nicht nur ohne Fehl und Tadel. In den rund 21 Minuten kommt Gilbert nahezu ganz ohne diese ständigen Wagner-Querverweise aus, die andere Kollegen ständig auch im sich hymnisch aufbäumenden Orchestertutti entdecken wollen. Nun ist der Eröffnungssatz aber nicht allein ein Beleg dafür, dass das Orchester in Gilbert einen großartigen Musiker an sich gebunden hat. Das NDR Elbphilharmonie Orchester zeigt sich von einer sensationell klangsinnlichen Seite, bei der jede Nuance, jeder Bogen regelrecht zum Hinhören zwingt. Im 2. Satz wird nichts verschleppt, sondern alles umsichtig und mit dem nötigen Gespür für den kostbaren Moment entwickelt. Packendes Tosen und filigrane Leichtigkeit besitzt der 3. Satz. Und der Finalsatz knüpft zuerst an die Atmosphäre des 1. Satzes an – bevor das Orchester zu einem großen Jubelchor ansetzt. Mit dem die Musiker nebenbei zugleich klarmachen, was für ein toller Klangkörper sie sind.

Guido Fischer, 07.09.2019



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