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Benedetto Marcello, Leonardo Vinci, Georg Friedrich Händel, Francesco Gasparini

Il giardino dei sospiri

Magdalena Kožená, Collegium 1704, Václav Luks

Pentatone/Naxos PTC5186725
(82 Min., 9/2018) SACD

Seit Magdalena Kožená ihren langjährigen Plattenvertrag bei einem Major verloren hatte, war es etwas still um die sonst so CD-produktive Mezzosopranistin geworden. Zwar weihte sie ein eigenes Label namens „Brnofon“ mit einer ungewöhnlichen Cole-Porter-Scheibe ein, doch danach folgten erst einmal nur diverse Gastbeiträge beim Mahlernden Gatten Simon Rattle oder Französisches bei dessen Zögling Robin Ticciati. Jetzt will es die gereifte Künstlerin noch einmal wissen und hat sich eine neue Anlaufstelle gesucht. Und dafür ist Magdalena Kožená zu ihren Anfängen zurückgekehrt. So präsentiert sie jetzt unter dem Titel „Der Garten der Seufzer“ gleich zwei der am schönsten schimmernden Barockmusikperlen Tschechiens: sich selbst und das wunderbar fleischig aufspielende, aber auch sensitive Ensemble Collegium 1704 unter seinem feinsinnigen Chef Václav Luks – und zwar in Instrumentalmusiken, Arien und Kantaten italienischer Bauart. Das Cover zeigt zwar eine scheinbar alterslose Waldnymphe, aber die Mikrofone haben doch fein abgerundet eine reife Stimme eingefangen, der eine üppige Fülle von Ausdrucksnuancen zu Gebote stehen. Rhetorisch brillant, aber nie überpointiert singt sich Kožená so durch die (teilweise Erst-) Einspielungen abwechslungsreich zusammengestellter und kombinierter barocker Partymusiken von Benedetto Marcello, Leonardo Vinci, Georg Friedrich Händel und Francesco Gasparini. Ob Kantatenarie oder Sonatensatz, das ist farbenreich und kompetent musiziert, mit Lust an der variantenbunten Ausdrucksgebärde, die sich zu einem schönen Strauß von Affekten bündeln lässt. Ursprünglich wollte sie mit diesem Programm Regisseur Karl-Ernst Herrmann auf den Spuren antiker Heldinnen durch einen Irrgarten barocken Grüns führen. Nun ist es ein klingender Nekrolog auf ihn geworden.

Matthias Siehler, 01.06.2019



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