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Johannes Brahms

Violinkonzert op. 77, Doppelkonzert op. 102

Tianwa Yang, Gabriel Schwabe, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Antoni Wit

Naxos 8551421
(72 Min., 7/2017)

Die Chinesin Tianwa Yang ist derzeit die wohl wichtigste Künstlerin ihres Labels. Für sie weicht das in Hongkong ansässige Unternehmen sogar von seiner üblichen Randrepertoire- und Doublettenvermeidungs-Politik ab. Brahms’ Violinkonzert, gekoppelt mit dem Doppelkonzert, stellt die bislang größte Ehre – und wichtigste Bewährungsprobe für die mittlerweile 32-jährige Geigerin dar.
Mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin hat man sich ein – für sonstige Verhältnisse – echtes Renommierensemble engagiert. Antoni Wit hält sich eher im Hintergrund und die Truppe auf Abstand. Das aber ist bei einem leicht zur Statuarik neigenden Werk wie dem Brahms-Violinkonzert ein Fehler. Es wirkt akademischer, schulmäßiger als nötig. Allen Fokus lenkt Wit auf seine Solistin.
Die prunkt mit blitzsauberer Technik, eigenwilligen Rubati und einem leicht ‚empfindelnden‘, d.h. gefühlsforcierten Kaltnadel-Spiel. Ihr silbriges Flittern scheint aus der Harmonik geradezu ausbrechen zu wollen. Der Ton gleißt kopfstimmig-körperlos, zuweilen sogar etwas kreischig.
Nun kann man sich auf den Standpunkt stellen: Wenn schon, denn schon. Zudem steht Yang im kniffligen Doppelkonzert der noble, schön individualisierende Gabriel Schwabe zur Seite; auch er eine Zierde des Naxos-Katalogs. Schließlich stellt die CD auch eins der nicht eben häufigen Beispiele dar, wo man beide Werke zusammen findet.

Robert Fraunholzer, 25.05.2019



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