Responsive image
Claude Debussy

Préludes II, La mer

Alexander Melnikov, Olga Pashchenko

harmonia mundi HMM 902302
(65 Min., 10/2016, 6/2017)

Dass Alexander Melnikov mit seiner riesigen Palette an Anschlagsfarben selbst historische Klaviermodelle magisch zum Leuchten bringen kann, hat er unlängst auf seinem ungewöhnlichen Album „Four Pieces – Four Pianos“ bewiesen. So wählte der russische Klaviersammler und Meister der historischen Aufführungspraxis für die Aufnahme der Werke u.a. von Chopin und Liszt jeweils eine Tastenantiquität aus der jeweiligen Entstehungszeit aus.
Nun also hat Melnikov sich für die Einspielung von Claude Debussys 2. Préludes-Heft aus dem Jahr 1913 für einen Érard-Flügel entschieden. Und wenngleich im Booklet leider keine näheren Angaben zu diesem Instrument gemacht wurden, ist man nicht nur bei den 12 Solo-Stücken sofort fasziniert von der Leichtigkeit und Delikatesse, mit der die Hämmerchen sich in Bewegung setzen und bisweilen über die Saiten zu huschen scheinen. Bei Debussys eigenhändiger Einrichtung seines Orchesterklassikers „La mer“ für Klavier zu vier Händen verwandelt Alexander Melnikov gemeinsam mit Kollegin Olga Pashchenko den Flügel in einen spektakulär atmenden und fluoreszierenden Klangkörper. „La mer“ wird somit zum Höhepunkt einer Debussy-Hommage, bei der Melnikov zuvor in den Préludes alles aufgeboten hat, um die Modernität und den Zauber, das Raffinement und Geheimnisvolle dieser Musik in vollen Zügen zu feiern.

Guido Fischer, 07.07.2018



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Zwei geniale Geiger auf einer CD vereint, die die Welt der Klassik und die des Jazz miteinander verbinden, als wäre es das natürlichste der Welt. Einfach toll! Stéphane Grappelli, der französische Geigenvirtuose, weitgehend Autodidakt, aber übersprudelnd vor musikalischen Ideen traf 1973 erstmals auf den acht Jahre jüngeren Yehudi Menuhin, ehemals Wunderkind und damals längst Geigen-Legende. Grappelli hatte mit dem Quintette du Hot Club de France die Clubs aufgemischt, Menuhin die […] mehr »


Top