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Heart Of Brazil

Eddie Daniels

Resonance Records/H’Art RCD-1027
(77 Min., 4 - 6/2017)

Kann das gut ausgehen, wenn einer der profiliertesten amerikanischen Jazzsaxofonisten mit Band und Streichquartett Werke des brasilianischen Grenzüberschreiters Egberto Gismonti neu interpretiert? Bedingt, denn im Grunde übernimmt Eddie Daniels nur die Themen und lässt diese von den Arrangeuren Josh Nelson, Kuno Schmid, Ted Nash und Mike Patterson völlig neu einrichten. Das Überraschende, manchmal Ruppige, oft Kernige und Unorthodoxe, das Gismontis Platten auszeichnet, wurde dabei so konsequent durch wohlgesetzte Streicher und gut austarierte Fusion ersetzt, dass eine neue, von Gismontis Besonderheiten weitgehend unabhängige Musik mit eigenen Qualitäten entstand: Nun wirkt locker und leicht, was einst sperrig war.
Eddie Daniels, der schon mehrfach mit Kammermusikensembles zusammengearbeitet hatte, fühlt sich bei den gefälligen Arrangements neben den Streichern, dem Pianisten Josh Nelson, dem Bassisten Kevin Axt und dem Schlagzeuger Mauricio Zottarelli hörbar wohl. Seine Klarinette trällert und jubiliert, strahlt und vibriert, und sein Tenorsaxofon erzählt mit noch feineren Nuancen Geschichten von Freude, Sehnsucht, Einsamkeit, Gefühlsaufwallungen, Zurückhaltung und Trubel. Egberto Gismonti haben – so die Zitate auf der CD-Hülle – die Bearbeitungen gefallen. Er begrüßt es, dass andere seine Musik umformen und die ursprünglich erzählte Story in etwas verwandeln, das ihn selbst verblüfft. „Was für ein Glück für einen Komponisten“, stellt er fest und erkennt damit an, dass Eddie Daniels und seine Arrangeure aus den Originalen etwas Neues, Eigenes gemacht haben.

Werner Stiefele, 02.06.2018



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