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Georg Friedrich Händel

Concerti a due cori

Gottfried von der Goltz, Petra Müllejans, Freiburger Barockorchester

harmonia mundi HMM 905272
(49 Min., 10/2014)

Wenn mit Gottfried von der Goltz und Petra Müllejans die beiden Konzertmeister des Freiburger Barockorchesters gleichzeitig in Aktion treten, kann es sich eigentlich nur um ein Doppelkonzert für zwei Violinen handeln. Doch auch so etwas hat Georg Friedrich Händel bekanntermaßen nicht geschrieben (wie er überhaupt die klassische Concerto-Gattung ziemlich uninspirierend fand). Und so sind Goltz und Müllejans nun gemeinsam ans Dirigentenpult getreten – wenngleich jeder an sein eigenes. Auf dem Programm der jüngsten Händel-Aufnahme des FBO stehen schließlich jene drei Concerti a due cori, bei denen jeweils zwei Orchestergruppen miteinander klangfarblich prächtige und rhythmisch höchst vielseitige Gespräche führen. Komponiert hatte Händel die Concerti 1747/48 als Zwischenmusiken für seine Oratorien. Und da er wie immer alle Hände voll zu tun hatte, recycelte er für die Werke nicht nur eigene Stücke (u.a. „Messias“, „Semele“), sondern griff auch schon mal auf Themen und Motive aus Kompositionen von Reinhard Keiser und Georg Philipp Telemann zurück. Aber Händel wäre nicht dieser ständig erfindungsreiche Genius gewesen, wenn er nicht stets aus Alt etwas Neues gemacht hätte. Und so teilte er ein Orchester in gleich zwei vollbesetzte, die sich gegenseitig die Bälle zuspielten und zu beschwingten Frage-und-Antwort-Dialogen ansetzten. Genau das haben jetzt die identisch besetzten zwei Orchestergruppen der Freiburger ebenfalls getan – und zwar mit jenem schnittig virtuosen, festlich prächtigen und balsamisch lyrischen Zugriff, wie man es von diesen Musikanten schon lang gewohnt ist.

Guido Fischer, 31.03.2018



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