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Béla Bartók

Klavierkonzert Nr. 3, Konzert für Orchester

Javier Perianes, Münchner Philharmoniker, Pablo Heras-Casado

harmonia mundi HMM 902262
(62 Min., 9 & 10/2016)

Im Vergleich zu seinen ersten beiden Klavierkonzerten ist Béla Bartóks Nr. 3 aus einem völlig anderen Holz geschnitzt. Statt auf exzessive Rhythmik und elementare Energieschübe zu setzen, ließ Bartók nicht allein sein neo-klassizistisches Herz schlagen, anhand entfernter Bach-Reminiszenzen. Das so reiche, schon mal geheimnisvoll flirrende Kolorit und der entfernt bluesig anmutende Einstieg des Klaviers im Eröffnungssatz erinnert auch ein wenig an das Klavierkonzert von Maurice Ravel. Genau diese raffinierten Klangwelten sind es denn auch, die dem spanischen Pianisten Javier Perianes in dieser Aufnahme unerhört gut liegen. Was andererseits keine große Überraschung ist, wenn man seine bisherige Diskografie überfliegt. Mendelssohn, Grieg, de Falla und Mompou stehen da für eine Künstlerpersönlichkeit, die eher am musikalischen Atem und weniger an der reißerischen Attacke interessiert ist. Und so kann Perianes in Bartóks 3. Klavierkonzert mit kultiviertem Zugriff begeistern und dabei mit dem dirigierenden Landsmann und (auch) Neue Musik-Experten Pablo Heras-Casado für so manche Überraschungen sorgen. Denn so beschwingt gershwinesk und zugleich farbenreich à la Messiaen hat man den Finalsatz selten geboten bekommen. Mögen sich bei dem Konzert die Münchner Philharmoniker vielleicht noch eine Spur zu sehr zurückgehalten haben, können sie in Bartóks Konzert für Orchester ihr komplettes Können ausfahren. Von grell bis dämonisch, von bittersüß singend bis irrwitzig taumelnd.

Guido Fischer, 17.03.2018



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