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Carl Philipp Emanuel Bach

Sinfonien Wq 182, 2 und 6, Wq 183, 2 und 3, Konzert für Orgel und Orchester Wq 34

Christine Schornsheim, Stefan Mai, Akademie für Alte Musik Berlin

HMF/Helikon HMC 901622
(64 Min., 12/1996) 1 CD

Zwischen 1760 und 1770 gärte es in der deutschen Musik. Die Generation der Söhne warf die Ästhetik der Väter über Bord, es galt auf einmal die Losung der Empfindsamkeit: Einen “beständigen Wechsel der Leidenschaften” forderte Carl Philipp Emanuel Bach vom neuen Musiker-Typus, nicht mehr die Schilderung bloß eines Affekts.
Vier Sinfonien des Berliner Kammermusikus und Hamburger Musikdirektors sind nun von der noch zu Zeiten der DDR gegründeten “Akademie für Alte Musik” eingespielt worden - klingende Zeugnisse einer Übergangszeit, deren Bizarrerien das Ensemble hier nichts schuldig bleibt. So wird man höchst einfühlsam in eine Musik eingeführt, die dem Hörer beständig eine Nase zu drehen scheint. Alles kommt ganz anders, als man denkt - nicht zuletzt, weil die klassische Klarheit der sinfonischen Form noch nicht erreicht war.
Dass allerdings der musikalische Sturm und Drang, der sich hier manifestiert, auch nur eine Episode blieb, belegt das kenntnisreich geschriebene Beiheft mit einer Bemerkung Beethovens an seinen Verleger Breitkopf (aus dem Jahre 1812): “Die C. P. Emanuel Bachsachen könnten sie mir wohl einmal schenken, sie vermodern ihnen doch.” Nur gut, dass auch Titanen nicht immer recht behalten - wovon man sich hier auf das angenehmste überzeugen kann.

Stefan Heßbrüggen, 01.12.1999



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