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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



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Vadim Repin, Lang Lang und Mischa Maisky

Trio Élégiaque

Drei Weltklassemusiker haben sich zu einer Art von Trio élégiaque zusammengetan, um hoch in den Alpen Klaviertrios von Sergej Rachmaninow und Peter Tschaikowsky aufzunehmen. Nicht immer ganz einfach, vor allem, wenn ihnen dabei ein kanadisches Filmteam auf die flinken Finger schaut.

Wanderer, kommst Du nach Verbier und bist Du geneigt, den schlangenhaften, steil nach oben hinauf führenden Wendungen jener Straße zu folgen, die den poetisch klingenden Titel Chemin de la Bergerie trägt, dann kannst Du gewiss sein, dass am Ende dieses beschwerlichen Weges die Schönheit wartet. Wahrlich ein wundervoller Ort ist dieses Chalet Kadjou, hoch droben über der Stadt gelegen, wie es sich anmutig an den Felsen schmiegt. Ein kleines Schloss aus schwerem Holz, geschmackvoll eingerichtet, mit einer Terrasse, von der aus man die schönste Aussicht genießt. Das Haus gehört einem belgischen Geschäftsmann, dem es seit Längerem ein Anliegen ist, das Verbier Festival zu fördern. Und ihm, dessen Name ungenannt bleiben soll, ist es ebenso zu danken, dass die Kunst einzieht ins Chalet Kadjou. Um präzise zu sein: die Filmkunst. Die Kulisse ist imposant. Und sie duftet nach Arbeit. Wo das Auge hinblickt Kabel, Koffer, kreatives Chaos. Ein Film, und sei er nur wenige Minuten lang, muss technisch perfekt vorbereitet sein. Das Licht muss stimmen, die Geschwindigkeit der Kamera, die Perspektive, das Ambiente. Wie Ameisen wuseln die Assistenten des kanadischen Filmemachers Richard Lehun durch die Zimmer, legen hier eine Kassette und dort eine Batterie ein. Die drei gar nicht obskuren Subjekte ihrer cineastischen Begierde indes nehmen es gelassen. Die Kunst fordert ihre Opfer, zumal dieser Film mit Super 8 gedreht wird, was um einiges komplizierter erscheint als ein gewöhnlicher Dreh. Außerdem ist es ja nicht gar so schlecht, wenn man sich eine zweite Karriere als Filmstar aufbaut.
Aber ganz im Ernst: Es geht an diesem schwülen Sommertag in erster Linie um ernste Musik: Vadim Repin, einer der weltbesten Geiger, der schier unverwüstlich romantische Mischa Maisky und der Global Player Lang Lang haben sich hier zu einer Art von Trio élégiaque zusammengetan, um die Klaviertrios von Sergej Rachmaninow und Peter Tschaikowski aufzunehmen. Beide Stücke haben sie am Vorabend im Salle Médran, jenem riesigen (und akustisch äußert problematischen) Zelt, das als Hauptspielstätte des Verbier Festivals fungiert, interpretiert – für den Film genügt Lehun aber das Tschaikowski-Trio in a-Moll. Und so spielen sie das Stück (natürlich nur ausschnittweise) geduldig ein ums andere Mal – mal vor laufender Kamera, mal nur zur Probe, mal mit einem Lächeln, mal ohne (Repin, dessen Laune gemildert ist – er hat am Vortag sein Portemonnaie verloren, inklusive Kreditkarten und Führerschein), mal mit einem TShirt, mal mit einem Designerhemd (Maisky, dessen Laune immer brillant zu sein scheint, jedenfalls erzählt der Russe zwischendrin einen Witz nach dem anderen), mal mit Sonnenbrille, mal ohne (Lang Lang). Die Atmosphäre ist locker, die Stimmung gut. Angespannt, und das auch in Maßen, sind nur die Filmleute.
Vier Stunden lang wird an jedem Detail gewerkelt, was die Sache für die drei Musiker nicht ganz so einfach macht. Der Gegenstand ihrer Zuneigung muss zurücktreten hinter die cineastischen Ambitionen. Wie sie es tun, verdient hohen Respekt. Nicht ein einziges Mal wird das Tun des Filmemachers hinterfragt. Und selbst bei der 20. Wiederholung der ersten Takte aus dem Kopfsatz des Tschaikowski-Trios versuchen Repin, Maisky und Lang Lang noch, Gehalt und Intensität zu erzeugen. Vor allem Mischa Maisky und Vadim Repin sind sich nicht zu schade, ihr ganzes kantables Gewicht immer wieder aufs Neue in die Waagschale zu werfen. Tschaikowski, das ist die Musik ihres Landes, das ist eine Angelegenheit des Herzens und der Seele.

Neu erschienen:

Tschaikowski, Rachmaninow

Klaviertrios

Vadim Repin, Lang Lang, Mischa Maisky

DG/Universal

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Tom Persich, RONDO Ausgabe 5 / 2009



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin. Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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