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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

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am 02.07.2022



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Dieter Ilg

Jazz und Wagner

Raum wird Zeit: nach Verdis „Otello“ nun Wagners „Parsifal“. Für Kontrabassist Dieter Ilg ist sein Treue zur Spätromantik konsequent.

Die Verachtung singbarer Melodien ist auch ein Sinnbild postindustrieller Entwurzelung“, sagt Echopreisträger Dieter Ilg. Sozialisiert in einer Familie aktiv musizierender Klassikliebhaber, fühlt er sich schon früh von der Spätromantik angezogen. Den Fünfzehnjährigen begeistern Wagners Meistersinger, und Analysieren macht ihm ungeheuren Spaß. So war es nur eine Frage der Zeit, dass er als gestandener Jazzmusiker zunächst Verdi und jetzt Wagner als Inspirationsquelle für sich entdeckte: „So vieles in dieser Musik spricht mich in Harmonik und Melodik stark an. Mal ehrlich, es gibt im Jazz doch recht wenig an Harmonik, was es in der Klassik noch nicht gegeben hätte. Ich bin ja eher wertkonservativ als strukturkonservativ orientiert, und meine Hinwendung zur Spätromantik war also logisch und zwingend.“ Die Entscheidung für Wagner war für Ilg sogleich eine für Parsifal mit seiner überlappenden, quasi übergangslosen unendlichen Struktur und der Fokussierung auf verminderte und halb verminderte Akkorde. „Erstaunlich viele Linien klingen total jazztypisch und stammen doch eins zu eins aus der Oper. Durch die Veränderung des Rahmens, die Verschiebung einer Betonung ergibt sich ein neues Bild, und das ist für mich wahnsinnig faszinierend.“ – Zumal er das Ziel erreicht sehe, im Trio mit dem Pianisten Rainer Böhm und dem Schlagzeuger Patrice Héral Geschriebenes und Improvisiertes ununterscheidbar zu verbinden.
Einwänden mangelnder Werktreue oder gar der Verletzung der political jazz correctness begegnet Ilg vehement, es gehe ihm nicht darum, die Gedankengebäude Wagners abzubilden. „Ich nehme seine Musik als Inspirationsquelle, als Interpretationsmöglichkeit mit allem Respekt, den ich vor dieser Musik habe – und gerne möge sich dabei der Parsifal anders zeigen. Natürlich führt die Beschäftigung mit Wagners Musik auch zu dem, was den Menschen Wagner umtrieb, doch das ist Hintergrund, nicht Musik. Mit keinem Titel wollte ich eine bestimmte Botschaft der wagnerschen Herangehensweise präsentieren. Dafür ist mir Musik zu heilig!“

Richard Wagner/Dieter Ilg

Parsifal

Dieter Ilg Trio

ACT/edel:kultur

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Thomas Fitterling, RONDO Ausgabe 1 / 2013



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin.
Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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