home

N° 1230
04. - 10.12.2021

nächste Aktualisierung
am 11.12.2021



Startseite · Klang · Magazin

Magazin

Schätze für den Plattenschrank

Traumhafte Trauerarbeit

Wenn eine Bläserstimme sich zu einem Vokal-Ensemble gesellt, denkt man zwangsläufig an die Kooperation zwischen dem Saxofonisten Jan Garbarek und dem Hilliard Ensemble. Bei der brandneuen Freundschaft zwischen dem Klarinettisten David Orlowsky und Singer Pur stehen zwar auch Gesänge aus ferner Zeit auf dem Programm, doch nun sind es Klagelieder von Palestrina sowie Trauermetten von Gesualdo. Aber der eigentliche, himmelweite Unterschied zu den esoterisch anmutenden Schwebeklängen des »Officium«-Kollektivs liegt nun im Atem, Empfindungsreichtum und vor allem im Ernst, mit dem sich Singer Pur zusammen mit dem ausgesprochen sensibel »singenden« Orlowsky in die religiösen Welten des 16. Jahrhunderts aufmacht. Nichts wird da der alleinseligmachenden Kontemplation und Kulinarik geopfert. Vielmehr erzählen die jüdischen Klanglinien, die Orlowsky in den werkgetreuen Gesang der Renaissance-Werke einwebt, von jenem Seelenbeben, mit dem gerade Palestrinas Jeremias auf die Zerstörung der heiligen Stadt Jerusalem reagierte.

Jeremiah

David Orlowsky, Singer Pur

Sony

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.

Guido Fischer, RONDO Ausgabe 4 / 2010



Kommentare

Kommentar posten

Für diesen Artikel gibt es noch keine Kommentare.


Das könnte Sie auch interessieren

Fanfare

Proben, Pleiten und Premieren: Höhepunkte in Oper und Konzert

Eidgenossen sind eigen. Obwohl die Salzburger Festspiele wie auch die Oper Hamburg coronabedingt […]
zum Artikel

Blind gehört

Neu erschienen:

Hans-Christoph Rademann: „Diese Musik funktioniert wie ein Comic“

zum Artikel


Abo

Top