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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



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Vokal total

Jetzt ist kurz vor Ende des Verdi-Jahres doch tatsächlich noch eine seiner Opern in einer Neuproduktion erschienen. Aus dem Wiener Konzerthaus kommt ein konzertanter „Simon Boccanegra“ mit Thomas Hampson, dessen lyrischer Stimme die heldischeren Verdi-Partien der letzten Jahre nicht zuträglich waren, wie man am angestrengten, flachen Klang unschwer hören kann. Dennoch hält er sich mit Anstand, an die bedeutenden Rollenvertreter reicht er freilich nicht heran. Bei Kristine Opolais (Amelia) rächt sich wegen technischer Defizite ihr bisheriger stimmlicher Totaleinsatz. Ihr Sopran hat nachhaltig Schaden genommen, lässt sich nicht immer ausreichend kontrollieren, entgleitet im Forte leicht und nimmt dann eine unschöne Färbung an. Es gibt aber auch Gründe, die sehr für diesen „Simon Boccanegra“ sprechen: Joseph Calleja leiht Gabriele Adorno die derzeit schönste Tenorstimme, aber auch Carlo Colombara und luca Pisaroni als Fiesco resp. Paolo zählen zu den Aktivposten dieses Mitschnitts. (Decca/Universal)

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Bei Wagner war die Ausbeute des Jubiläumsjahres nicht so mager wie bei Verdi, mit einem großartigen „Siegfried“ nähert sich auch der konzertante Berliner Zyklus der Zielgeraden. Dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter Marek Janowski verdankt dieser Zyklus das gleichbleibend hohe orchestrale Niveau, auf vokaler Seite gab es leider immer wieder einiges zu mäkeln. Nicht so bei diesem „Siegfried“, der sich als veritables Sängerfest entpuppt. Tomasz Konieczny ist ein stimmlich opulenter Wanderer, der als Bariton über ein ganz erstaunliches Bassfundament verfügt und mit den Jahren auch gestalterisch noch stärker in die Rolle hineinwachsen wird. Stephen Gould ist als Siegfried momentan ohnehin erste Wahl, Christian Elsner steuert einen wirklich gesungenen Mime bei – und am Ende erstrahlt auch noch Violeta Urmanas Sopran als Brünnhilde. (Pentatone/Naxos)

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Für Belcanto-Liebhaber hält Opera Rara mal wieder einen wahren Leckerbissen bereit: Donizettis „Caterina Cornaro“ in einer ohne Einschränkung zu empfehlenden Aufnahme mit einer effektvollen Interpretin der Titelheldin an der Spitze. Carmen Giannattasio setzt ihren leicht gaumigen Sopran sehr geschickt und raffiniert ein, die Stimme ist allerdings gefährdet, wird in wenigen Jahren sicher nicht mehr allzu viel Vergnügen bereiten. Doch als Caterina ist sie (noch) eine Primadonna ‚coi coglioni‘. Ihr zur Seite Colin Lee als Gerardo, ein perfekter Donizetti-Tenor mit bombiger Höhe. In den tieferen Regionen darf man über troy Cook (Lusignano) und Vuyani Mlinde (Mocenigo) schwärmen. (Opera Rara/Note 1)

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Wer sich eher für Barockes erwärmt, kommt mit der neuesten (und absolut überragenden) Folge der Vivaldi-Edition von naïve auf seine Kosten. Für „Catone in Utica“ wurde der verlorengegangene erste Akt so geschickt rekonstruiert, dass man sich des Eingriffs gar nicht bewusst wird – und ein schlichtweg fantastisches Solistenensemble aufgeboten. Stellvertretend seien nur Topi Lehtipuu, der momentan beste Barock-Tenor, in der Titelrolle genannt sowie Ann Hallenberg, die als Emilia so fulminant aus sich herausgeht wie nie zuvor, jede ihrer drei Arien ruft in den Ohren ein begeistertes ‚Wow!‘ hervor. Dazu am Pult seines Complesso Barocco Alan Curtis, über dessen mitreißenden ‚Altersschwung‘ man sich nicht genug freuen kann. Besser kann Vivaldi nicht klingen! (naïve/Indigo)

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Michael Blümke, RONDO Ausgabe 5 / 2013



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin. Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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