home

N° 1272
24. - 30.09.2022

nächste Aktualisierung
am 01.10.2022



Startseite · Konzert · Hausbesuch

Frauentypen der Musik: Josefine Göhmann liebt es facetten- und anspielungsreich © Felix Broede

réBelles!-Festival

Frauenlieder und -leben

Josefine Göhmann ist eine gefragte Sopranistin, die stilistisch eine große Bandbreite mitbringt. So erstreckt sich ihr Repertoire von der Spätrenaissance über Mozart, Strauss, Messiaen bis hin zu zeitgenössischer Musik. In ihrer Debüt-Einspielung „réBelles! Portraits lyriques“, die sie in Koproduktion mit dem Deutschlandfunk mit dem Pianisten Mario Häring realisierte, ist sie weiblichen Rollenbildern analog zu mehr als 100 Jahren Frauenrechtsbewegung musikalisch auf der Spur. „Der Titel ist ein Wortspiel, der mit dem Wort ,Rebellin‘ und dem Wort ,Schöne‘ spielt“, erläutert die Sängerin. Dabei ordnet sie Lieder des 20. und 21. Jahrhunderts vier weiblichen Archetypen von Frauen zu: Vierge, Sirène, Héroïne und Ophélie. „Ich habe mir dabei vier Exponathallen mit vier verschiedenen Themen in einem Museum vorgestellt“, erklärt Göhmann.
Nun kommt „réBelles!“ vom 19. bis 21. August als multimediales Festival in Berlin auf die Bühne, in der St. Elisabeth-Kirche in Berlin-Mitte. Neben Liedern von Schönberg, Strauss, Honegger, Boulanger, Hindemith, Weill, Messiaen und Rihm werden auch Vokalwerke interpretiert, die als Auftragskompositionen für das Projekt entstanden sind. Sie stammen aus der Feder des Österreichers Alexander Wagendristel (geb. 1965), der japanischen Komponistin Aya Yoshida (geb. 1992) und der von den Philippinen stammende Komponistin Feliz Anne Reyes Macahis (geb. 1987). Diese Lieder werden performativ zum Teil sehr aufwändig umgesetzt, dafür zeichnen die Choreografin Kathlyn Pope sowie der Regisseur und Videokünstler Jan Speckenbach veranwortlich. Ergänzt werden die musikalischen Performances durch einen Kompositionsworkshop von Ruth Wiesenfeld, einen Schreibworkshop mit der renommierten Schriftstellerin Alexa Hennig von Lange sowie einer öffentlichen Masterclass mit dem Vokalensemble des Mädchenchores der Sing-Akademie zu Berlin. Außerdem sind Podiumsdiskussionen geplant mit den am Festival beteiligten Komponistinnen und Alexa Hennig von Lange.

Mario-Felix Vogt, 13.08.2022, Online-Artikel



Kommentare

Kommentar posten

Für diesen Artikel gibt es noch keine Kommentare.


Das könnte Sie auch interessieren

Pasticcio

5,3 Kilometer lange Notenspur

Meldungen und Meinungen der Musikwelt

5,3 Kilometer lange Notenspur In Leipzig ist bekanntlich von jeher die Musik zu Hause. Was auch all […]
zum Artikel

Gefragt

Michael Tilson Thomas

Filmreife Sinfonik

„MTT“ legt seine Lesart der Sinfonien von Robert Schumann vor – live und mit stark […]
zum Artikel


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Eigentlich plante Gustav Holst eine Pianistenkarriere, eine Nervenentzündung im rechten Arm zwang ihn jedoch dazu, sich umzuorientieren. So wandte er sich der Komposition zu und begann ein Kontrapunktstudium in Oxford. Sein Kollege Ralph Vaughan Williams hatte bereits zwei Jahre in London studiert und war anschließend nach Cambridge gegangen. 1895 trafen sich schließlich beide am Londoner Royal College of Music, daraus entstand eine der dauerhaftesten Freundschaften in der britischen […] mehr


Abo

Top