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N° 1272
24. - 30.09.2022

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am 01.10.2022



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Brustton des Überzeugten: Bariton Thomas Hampson ist einer der Mentoren des Heidelberger Liedfestivals © Jiyang Chen

Neuland.Lied

Eine neue Welt entwerfen

Seit 2016 verfügte das Festival „Heidelberger Frühling“ über einen Liedschwerpunkt, nun avanciert dieser zu einem eigenständigen Festival.

Sechs Wochen erst ist der „Heidelberger Frühling“ vorbei, da startet in der malerischen Stadt am Neckar gleich ein weiteres Festival. Es trägt den Titel „Neuland.Lied“, dauert vom 11. bis 19. Juni und umfasst 23 Veranstaltungen rund ums Lied an 6 Spielorten in Heidelberg. Neben Konzerten umfasst das Festival auch öffentliche Meisterklassen der Lied-Akademie mit ihrem künstlerischen Leiter Thomas Hampson und weiteren Dozenten sowie die Premiere eines Liedtheaters über den Schriftsteller Stefan Zweig mit Mitgliedern des Wiener Burgtheaters. Aufführungsorte sind neben den Aulen der Universität Heidelberg und dem Dezernat 16 das kaum genutzte Wilson-Theater auf dem ehemaligen Hospital-Gelände der US Army im Süden Heidelbergs.
Die Hauptaufgabe, die sich das neue Liedfestival gesetzt hat, ist, die Welt des Liedes neu zu entwerfen und sie mit aktuellen Themen der Gegenwart zu verbinden. Dies geschieht etwa durch Weiterentwicklung der Darstellungsformen. Neben theatralen Formaten wie dem Liedtheater „Saudade Zweig“ oder inszenierten Liederabenden kommen etwa ein Kunstlied-SLAM, Lied.LABs oder Lieder anderer Stilrichtungen wie Jazz oder Singer-Songwriter auf die Bühne.
Im Kunstlied-SLAM treten nicht die Sänger gegeneinander an, sondern diejenigen, die die Lieder komponiert haben: Denn einige der populärsten Gedichte Goethes und Heines, Eichendorffs oder Rückerts sind gleich mehrfach vertont worden. Komponisten wie Schubert, Schumann, Wolf, Richard Strauss und andere griffen auf die gleichen Verse zurück wie zuvor ihre Kollegen. Beim Kunstlied-SLAM wird das Publikum die Unterschiede zwischen den parallelen Vertonungen kennenlernen, und am Ende darf es selbst seine Wertung abgeben und entscheiden, welche Fassung ihm am besten gefällt. Mit den „Lied.Labs“ wiederum wagt man das Experiment: neue Konzertformen, ungewöhnliche Orte, überraschende Kombinationen, Grenzaufhebungen.
Dieses Jahr werden unter anderen folgende Musiker in Heidelberg erwartet: Anna Lucia Richter, Christian Elsner, Marlis Petersen, Simon Bode, Ema Nikolovska, Konstantin Ingenpaß, Katharina Konradi, The Erlkings, das Trio Kronthaler und die Oslo Sinfonietta mit Eivind Buene und Tora Augestad.
Außerdem präsentieren sich die 12 aktuellen Stipendiaten der Lied-Akademie in öffentlichen Meisterklassen mit Thomas Hampson und den Pianisten Susan Manoff und Daniel Gerzenberg als Dozenten sowie in zwei Konzerten dem Heidelberger Publikum. Dabei werden zwei Meisterklassen per Livestream auf Facebook und der Website des Festivals gesendet. Schüler und Studenten haben bei allen Veranstaltungen der Liedakademie freien Eintritt. Zusätzlich zu den Meisterklassen wird ein Liedinterpretations-Workshop mit der Mezzosopranistin Anna Lucia Richter und dem Pianisten Ammiel Bushakevitz veranstaltet. Dieser kann von Mitgliedern des Freundeskreises des „Heidelberger Frühling“ besucht werden. Bei diesem mannigfaltigen Angebot an Veranstaltungen dürften sowohl Sänger als auch Vokalmusikfreunde bei „Neuland.Lied“ ganz auf ihre Kosten kommen.

www.heidelberger-fruehling.de/neulandlied

Mario-Felix Vogt, 04.06.2022, Online-Artikel



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