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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



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The African Queen of Jazz: Angélique Kidjo (c) Danny Clinch

Klangvokal Musikfestival Dortmund

Allerbestens bei Stimme

Sir John Eliot Gardiner, eine Allstar-Vivaldi­Oper sowie das Vox Luminis-Ensemble sind nur einige Highlights des einmal mehr prominent besetzten KLANGVOKAL Musikfestivals.

Im Bach-Jahr 2000 startete John Eliot Gardiner mit „Bleib bei uns“ die Gesamtaufnahme aller 198 Bach-Kantaten. Zeitgleich ging er mit seinem Monteverdi Choir und den von ihm ebenfalls gegründeten English Baroque Soloists auf große Bach-Pilgertour. 2010 fand dieses Mammutunternehmen seinen krönenden Abschluss. Mit Bach ist Gardiner aber seitdem weiterhin auf Du und Du. „Diese Musik erhebt mich“, so der Dirigent und Musikforscher. „Es gibt so viel Humanistisches darin.“ Diese Gewissheit spiegelt sich daher auch in dem Programm wider, mit dem er zusammen mit seinem eingespielten Team beim Dortmunder KLANGVOKAL Musikfestival gastiert. Ausgewählt hat Gardiner dafür neben Vokalwerken von Schütz und Schein auch zwei tröstende Trauerkompositionen Bachs, das Chorwerk „O Jesu Christ, meins Lebens Licht“ sowie die „Actus Tragicus“-Kantate. Und allein dieses Konzert verspricht ein Klangfest für die Sinne und die Seele zu werden.
Der Gardiner-Abend ist aber nur eines der vielen Highlights, mit denen das Klangfestival diesmal unter dem Leitmotiv „Vertrauen“ einen Bogen von der A-cappella-Kunst über Oper und Oratorium bis auch zur Weltmusik spannt. Und wie schon in den Ausgaben dieses Festivals zuvor hat der Direktor Torsten Mosgraber erneut darauf geachtet, dass neben namhaftesten Stimmen hier und da immer wieder eher selten gespielte Kompositionen zu hören und zu entdecken sind. Wo etwa konnte man in letzter Zeit schon Gaetano Donizettis Oper „Caterina Cornaro“ oder Jules Massenets Oratorium „La Vierge“ erleben?
Die überwältigende Macht der Gefühle und des Gesangs ist aber eben nicht nur in solchen abendfüllenden Werken des 19. Jahrhunderts allgegenwärtig. Gleiches gilt für die erneut äußerst prominent vertretene Alte Musik. Mit Johann Adolph Hasse und Jan Dismas Zelenka ehrt der Kammerchor der TU Dortmund gemeinsam mit dem Originalklang-Ensemble l’arte del mondo zwei Leuchttürme der Dresdner Kirchenmusik. „Bach beflügelt“ lautet das Gastspiel von Vox Luminis zusammen mit dem Freiburger Barockorchester. Das von Nigel Short gegründete Tenebrae Consort widmet sich den „Lamentations of Jeremiah“ des Engländers Thomas Tallis und damit einem der absoluten Monumente des Chorgesangs nicht nur des 16. Jahrhunderts. Und bei Antonio Vivaldis „Orlando furioso“ gibt es ein Feuerwerk des Barockgesangs. Immerhin finden sich für die konzertante Allstar-Aufführung Max Emanuel Cenčić, Julia Lezhneva, Vivica Genaux und Philipp Mathmann zusammen.
Gleichermaßen ins vielseitige Programm von Klangvokal gehören von jeher aber auch die Stimmen aus dem Jazz und der Weltmusik. Als heller Stern am Jazz-Himmel gilt etwa Angélique Kidjo, die mit einem Grammy gekrönte Queen of Africa. Und unter dem Titel „En El Amor“ erinnert die Sängerin Nataša Mirković zusammen mit Michel Godard am archaischen Serpent sowie Percussionist Jarrod Cagwin an die Liedersprache jener sephardischen Juden, die Ende des 15. Jahrhunderts von der iberischen Halbinsel vertrieben worden waren.

Klangvokal Musikfestival Dortmund

15. Mai bis 22. Juni: „Vertrauen“
www.klangvokal-dortmund.de
Tickets: +49 (0)18 06 57 00 70

Guido Fischer, RONDO Ausgabe 2 / 2022



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin.
Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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