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N° 1266
13. - 19.08.2022

nächste Aktualisierung
am 20.08.2022



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Bald auf dem Trockenen? Die Stadt Mannheim lehnt die institutionelle Förderung der Mannheimer Philharmoniker ab © Pixabay.com

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Nachwuchs in Gefahr

Wer sich auf der Internetseite des „Deutschen Musikinformationszentrums“ unter der Rubrik „Jugendorchester“ umschaut, wird einigermaßen beruhigt feststellen, dass einem um den Orchestermusikernachwuchs nicht Bange sein muss. Auch wenn man natürlich immer noch fordern könnte, dass die Förderungsmaßnahmen nicht ausreichen – die Liste der an nationalen und internationalen Projekten beteiligten Orchester kann sich sehen lassen. Angefangen von der Jungen Deutschen Philharmonie über die Baltic Sea Philharmonic und das Gustav Mahler Jugendorchester bis hin zur Moritzburg Festival Akademie. Dabei lernen die Orchestermusiker von morgen aber nicht nur die Gesetzmäßigkeiten und Gepflogenheiten kennen, ohne die ein hundertköpfiger Sozialverbund sofort auseinanderfliegen würde. Zugleich bekommen sie immer wieder die Chance, auch mit ganz großen Dirigenten und Solisten zusammenzuarbeiten. So haben etwa die seit 2009 existierenden Mannheimer Philharmoniker bereits mit solchen Weltklasse-Musikern wie Martha Argerich, Mischa Maisky und Julian Steckel musiziert.
Überhaupt hat sich auch dieses Jugendorchester innerhalb kürzester Zeit zu einer Erfolgsstory entwickelt. So konzertierte man bislang auf Festivals in Europa und Asien sowie in First-Class-Konzertsälen wie der Elbphilharmonie Hamburg und dem Herkulessaal in München. Mit kostenlosen Bildungskonzerten bemühen sich die Philharmoniker auch intensiv um die musikalisch-kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen aus allen sozialen und kulturellen Bevölkerungsteilen der Metropolregion. Seit Bestehen haben darüber hinaus viele der Talente einen festen Job bei professionellen Klangkörpern gefunden. „Weiter so!“, möchte man da dem Orchester bzw. den Verantwortlichen zurufen.
Doch aktuell scheint die Zukunft der Mannheimer Philharmoniker tatsächlich eher ungewiss. Denn wie jetzt vermeldet wurde, ist man mit einem Antrag auf eine institutionelle Förderung ab 2022 durch die Stadt Mannheim vorerst gescheitert. Durch die dadurch fehlende Finanzierung wird die bisherige Arbeit des Orchesters kaum mehr zu leisten sein. So ganz wollen die Philharmoniker sich ihrem Schicksal nicht hingeben. Weshalb man jetzt eine Unterschriftenpetition gestartet hat , mit der man sich für die dauerhafte Existenzsicherung und Weiterentwicklung der Mannheimer Philharmoniker einsetzen kann. Also: Den Digitalen Bleistift gespitzt und mit abgestimmt!

Guido Fischer



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