home

N° 1298
25. - 31.03.2023

nächste Aktualisierung
am 01.04.2023



Startseite · Oper & Konzert · Pasticcio

Lohnenswerte „Schöpfung“: Mit Haydns Oratorium starten Hans-Christoph Rademann und die Gaechinger Cantorey in den Jubiläumsjahrgang der Internationalen Bachakademie Stuttgart © Martin Förster

Pasticcio

Bäm!

Ein Jahresgehalt von damals sagenhaften 6.000 Talern versprach August der Starke seinem zukünftigen Dresdner Hofkapellmeister. Kein Wunder, dass dieses Angebot äußerst verlockend war. Weshalb sich 1733 neben Bach auch der Böhme Jan Dismas Zelenka um den Posten bewarb. Weder der eine noch der andere sollten das Rennen machen. Während Bach bekanntlich somit weiter in Leipzig wirken „durfte“, sollte der vom Thomaskantor bewunderte Zelenka wenigstens zum Dresdner „Kirchencompositeur“ ernannt werden. Nun haben diese beiden Komponisten zwar im kommenden Jahr keinen runden Geburtstag. Was aber die Stuttgarter Bachakademie und ihren musikalischen Leiter Hans-Christoph Rademann nicht daran hindert, Bach und Zelenka in einen musikalischen Dialog zu verwickeln. Passieren wird dies ab dem 21. März 2022, der zugleich der 337. Geburtstag von Bach ist. Dann nämlich widmet sich Rademann im Rahmen der traditionellen „Bach-Woche“ mit der Gaechinger Cantorey, handverlesenen Vokalisten sowie Teilnehmern der parallel stattfindenden Meisterkurse großen geistlichen Werken Bachs und Zelenkas. Und alleine mit diesem Dialog unterstreicht die Bachakademie Stuttgart nicht nur ihren internationalen Ruf als ein gewichtiges Zentrum für die Aufführung der Bachschen Werke im Originalklang. Zugleich ist die „Bach-Woche“ einer der vielen Höhepunkte einer im doppelten Sinn besonderen Saison.
Zum einen geht man nach der coronabedingten Zwangspause in der letzten Saison mit neuem Schwung ans Werk. Und mit einem großen „Bäm“, mit Haydns „Schöpfung“, wird zugleich die Jubiläumssaison eingeläutet. Vor genau 40 Jahren wurde nämlich in der baden-württembergischen Landeshauptstadt die Internationale Bachakademie Stuttgart von Helmuth Rilling ins Leben gerufen. Seitdem ist natürlich vieles passiert. Aus dem Bach-Collegium Stuttgart ist die „Gaechinger Cantorey“ geworden. Mit der Berufung von Hans-Christoph Rademann zum Nachfolger von Rilling im Jahr 2013 wurden aber auch die aufführungspraktischen Weichen neu gestellt. Während Rilling das Barock-Repertoire stets auf modernen Instrumenten spielen wollte, ist Rademann ein Verfechter der historischen Aufführungspraxis. Und weil er aus dieser Perspektive zudem längst auch das Repertoire der Klassik und der Romantik hegt und pflegt, beginnt er die Geburtstagsaison eben nicht mit Bach, sondern mit einem Haydn-Oratorium. Zu hören ist die „Schöpfung“ mit u.a. Sopranistin Dorothee Mields in drei Konzerten: am 22. Oktober im Forum am Schlosspark Ludwigsburg, am 24. Oktober in der Liederhalle Stuttgart sowie als Kinderkonzert am 23. Oktober ebenfalls in der Liederhalle. www.bachakademie.de

Guido Fischer



Kommentare

Kommentar posten

Für diesen Artikel gibt es noch keine Kommentare.


Das könnte Sie auch interessieren

Bücher

Bücher

Helmut Lachenmann und seine Zeit

Jörn Peter […]
zum Artikel

Hausbesuch

Rheingau Musik Festival

Riesling als Rosen

Wenig subventioniert – und trotzdem vorne wie regionsübergreifend mit dabei: Das Rheingau Musik […]
zum Artikel

Gefragt

Ragnhild Hemsing

Im Norden verwurzelt

Die Geigerin sucht nach den Schnittstellen zwischen klassischer Musik und der Volksmusik ihrer […]
zum Artikel


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Nach seiner viel beachteten Aufnahme der 7. Sinfonie setzen François-Xavier Roth und das Gürzenich-Orchester Köln ihre Bruckner-Gesamteinspielung fort. Die „Romantische“, wie Anton Bruckner seine vierte Sinfonie selbst betitelt, komponierte er 1874 inmitten einer Zeit persönlicher Niederlagen. Und er zweifelt sofort an seinem Werk, bezeichnet manche Stellen als „unspielbar“ und findet die Instrumentation „hie und da überladen und zu unruhig“. Erst Jahre später, nach […] mehr


Abo

Top