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Überfällig

Als der unweit von Berlin geborene Giacomo Meyerbeer 1864 in seiner Wahlheimat Paris verstarb, stellte die Tageszeitung „Le Figaro“ fest: „Die musikalische Kunst ist nun führerlos.“ Wohl ganz anders mag Richard Wagner auf diese Nachricht reagiert haben. Denn schon beim letzten Aufeinandertreffen zwischen diesen beiden Opern-Giganten, das 1855 in London stattgefunden hatte, begrüßte man sich kalt und wortlos. Schließlich war es Wagner, der mit antisemitischen Ausfällen ab 1850 den Kollegen und Vater der Grand Opéra immer wieder heftig attackiert hatte. Bis heute hallen diese Angriffe nach. Wenngleich Meyerbeers Opern wie „Die Hugenotten“ und „Der Prophet“ durchaus ihren Weg auf die Spielpläne gemacht haben, ist der Großteil seines Schaffens weiterhin kaum zu hören. Das soll sich ab dem 5. September ganz offiziell ändern. Dann nämlich findet der Festakt zur Gründung der weltweit ersten Giacomo-Meyerbeer-Gesellschaft in der Deutschen Oper Berlin statt. Schirmherr der Gesellschaft ist der Intendant der Deutschen Oper Berlin, Dietmar Schwarz.

meyerbeer-gesellschaft.de

Guido Fischer, RONDO Ausgabe 4 / 2021



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