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N° 1253
14. - 20.05.2022

nächste Aktualisierung
am 21.05.2022



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Eröffnet das Beethovenfest Ende August: Jordi Savall © Barbara Rigon/BFB

Pasticcio

Was Beethoven der Gegenwart erzählt

Zunächst zwei positive Nachrichten. Nach der coronabedingten Absage im letzten Jahr findet das Bonner Beethovenfest wie geplant statt. Und auch die ins Auge gefassten Spielstätten im Rhein-Sieg-Kreis sind von der Wetterkatastrophe verschont geblieben. Trotzdem will Intendantin Nike Wagner in ihrem nunmehr letzten Bonner Jahr nicht einfach so zur Tagesordnung und Kunst übergehen. Schließlich ist die Not all der Flutopfer weiterhin riesig. Und so appelliert Wagner nun auch beim Eröffnungskonzert an die Spendenbereitschaft des Festival-Publikums. So wird das obligatorisch open-air stattfindende Public-Viewing der Live-Übertragung aus dem World Conference Center in eine Benefizveranstaltung umfunktioniert, bei der man ganz nach den eigenen finanziellen Möglichkeiten Tickets aus einer der vier Kategorien „Solidarität“ (10 Euro), „Bronze“ (50 Euro), „Silber“ (100 Euro) und „Gold“ (200 Euro) erwerben kann. Der Erlös kommt den Geschädigten im Rhein-Sieg-Kreis zugute.
Angesichts dieser Tagesereignisse bekommt das Motto der diesjährigen Ausgabe einen ganz aktuellen Bezug. „Auferstehn, ja auferstehn…“ lautet es und ist in der „Auferstehungssinfonie“ von Gustav Mahler zu finden, mit der das Beethovenfest am 10. September durch die Zielgeraden gehen wird. Maxime Pascal leitet dann das Mahler Chamber Orchestra. Beim Eröffnungskonzert am 20. August dirigiert hingegen Jordi Savall sein Orchester Les Concert des Nations sowie Beethovens Neunte. Womit exemplarisch der Gesamtprogrammrahmen gesteckt ist. Denn diesmal stehen die sinfonische Gattung und da besonders der Beethoven-Kosmos im Scheinwerferlicht. Alle neun Sinfonien verteilen sich auf fünf Orchesterkonzerte mit u.a. Les Talens Lyriques (Christophe Rousset) und dem ORF Radio-Symphonieorchester unter Michael Boder. Hinzu kommen die Lizst´schen Klaviertranskriptionen des Neuner-Pakets mit u.a. Konstantin Scherbakov und Hinrich Alpers. Darüber hinaus gastieren die Wiener Philharmoniker mit Herbert Blomstedt und Sinfonien der Landsleute Schubert und Bruckner.
Eher konventionell hat Nike Wagner einen Teil ihres Abschiedsprogramms angelegt. Zwischendurch blitzt aber dann doch gewaltig ihr Neugier fürs Zeitgenössische, Unbekannte auf. Wie im Fall des Pianisten Marino Formenti, der als „Artist in Residence“ musikalische Dialoge zwischen Beethoven und den Neue Musik-Lichtgestalten Anton Webern, Luigi Nono und Helmut Lachenmann präsentiert. Und gegen Ende des Festivals widmet sich in Deutscher Erstaufführung die Geigerin Carolin Widmann zusammen mit dem Kammerorchester Basel dem Doppelkonzert „Was mir Beethoven erzählt“ von Georg Friedrich Haas. (www.beethovenfest.de)

Guido Fischer



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