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(c) Andreas Tischler

Oper im Steinbruch

„Nessun dorma“ unterm Sternenzelt

Auf einer der eindrucksvollsten Freilichtbühnen, im burgenländischen Steinbruch St. Margarethen, präsentiert man Puccinis letzte Oper „Turandot“.

An spektakulären und damit äußerst anziehenden Freilichtbühnen mangelt es nun wahrlich nicht. Man denke nur an Verona oder Bregenz. Seit nunmehr einem Vierteljahrhundert gibt es aber auch südöstlich von Wien, im Burgenland, eine allererste Adresse für all diejenigen, die bei sommerlich lauschigen Temperaturen große Oper unter dem Himmelszelt erleben wollen. Es ist der zu einer Freilichtbühne umgebaute Römersteinbruch St. Margarethen, auf dem seit 1996 Opernklassiker in herrlichster Umgebung gezeigt werden. Immerhin ist alles eingebettet in die weite, offene Landschaft zwischen dem Leithagebirge und dem nicht weit entfernten Neusiedler See. Kein Wunder, dass die UNESCO die Region und den Steinbruch St. Margarethen zum Weltkulturerbe erklärt hat. Hier also öffnet sich einmal im Jahr der imaginäre Opernvorhang. Und diesmal bildet die schroffe Felsenlandschaft des Steinbruchs St. Margarethen die ideale Kulisse für einen Opernklassiker, in dem die Titelfigur bei ihrer Wahl nach dem richtigen Mann an ihrer Seite über Leichen geht. „Turandot“ ist der Name dieser eiskalten Prinzessin, der Giacomo Puccini seine letzte Oper widmete. Und wieder hatte er dafür alle Register seiner unverwechselbar so sentimentalen wie melodienseligen Klangsprache gezogen – bis hin zum ariosen Evergreen „Nessun dorma“. Dieses herzergreifende und aufwühlend schöne Opernmelodrama ist nun auf der sage und schreibe 7000 Quadratmeter großen Hauptbühne im Steinbruch St. Margarethen in der Neuinszenierung des Amerikaners Thaddeus Strassberger zu erleben. Eigentlich war diese Produktion bereits für 2020 vorgesehen. Doch covidbedingt musste sie abgesagt werden. Aber nun ist es laut Daniel Serafin, seines Zeichens Künstlerischer Direktor der Oper im Steinbruch, endlich so weit: „Mein internationales Team und ich freuen uns schon auf eine fulminante Operninszenierung und einen sicheren Kulturgenuss im heurigen Sommer.“ Mit dem legendären Operndirigenten Tullio Serafin ist Daniel Serafin zwar nicht verwandt. Doch als Sohn des Buffos Harald Serafin, der zudem Leiter der Operettenfestspiele in Mörbisch am Neusiedler See war, hat er von Hause aus ebenfalls die Oper im Blut. Was auch für seine Halbschwester Martina Serafin gilt, die weltweit an den wichtigsten Opernhäusern von San Francisco bis Wien gastiert und nun die Titelpartie von Puccinis Meisterwerk übernimmt. Zudem sind weitere, international gefragte Puccini-Sänger und -Sängerinnen zu erleben. Wie Andrea Shin, Leonardo Caimi sowie Donata D’Annunzio Lombardi als Dienerin Liù. Und am Pult gibt mit Giuseppe Finzi ein Dirigent sein Debüt, der seit nunmehr über zehn Jahren einer der angesagtesten Spezialisten für die italienische Oper ist. Dahinschmelzendes Opernherz, was willst Du mehr …

„Turandot“ Oper im Steinbruch
14. Juli – 21. August
www.operimsteinbruch.at
Tickets: +43 (26 82) 650 65

Guido Fischer, RONDO Ausgabe 3 / 2021



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