home

N° 1223
16. - 22.10.2021

nächste Aktualisierung
am 23.10.2021



Startseite · Klang · Magazin

(c) Copyright control

Magazin

Schätze für den Plattenschrank

Mehr als nur die Schwester

„Ich mache nicht gerne viel Aufhebens um mich; ich bin schließlich nur ein Mitglied der Herde.“ Mit diesen Worten hat Hephzibah Menuhin ihr künstlerisches Selbstverständnis beschrieben. Und wie sie an anderer Stelle anmerkte, war es für sie eher unangenehm, im Spotlight zu stehen und bewundert zu werden. Aus diesen Sätzen spricht eine gewisse Zurückhaltung, aber auch eine Skepsis gegenüber den Mechanismen des Klassik-Betriebs. Und wie dieser einen vereinnahmen kann, hatte Hephzibah hautnah bei ihrem Bruder Yehudi mitbekommen. Denn schon ganz früh wurde er als geigerisches Ausnahmetalent gefeiert und weitergereicht. Doch auch sie zeigte bereits früh, was in ihr steckt. Als sie mit acht Jahren ein Klavierrecital gab, prognostizierte die Tageszeitung „San Francisco News“ eine Weltkarriere. Die machte Hephzibah Menuhin zwar nicht, sondern bespielte vorrangig als Klavierpartnerin ihres Bruders die Welt. Trotzdem finden sich in der jetzt anlässlich ihres 100. Geburtstags zusammengestellten CD- und DVD-Box auch zahlreiche Solo-Aufnahmen, die sie als klarsichtige und zugleich beredte Interpretin des klassischen und romantischen Repertoires zeigen – angefangen von Klavierkonzerten von Mozart und Brahms bis zu Solo-Sonaten von Beethoven und Kleinigkeiten etwa von Mendelssohn und Schubert. Zeit ihres Lebens fühlte sich die gebürtige Amerikanerin (1920–1981) aber vor allem als Teamplayerin, als Kammermusikerin wohl. Das unterstreichen die Aufnahmen mit Yehudi auch aus den 1930er-Jahren sowie ein schwungvolles „Forellenquintett“, für das sich Hephzibah 1958 mit dem Amadeus Quartett zusammentat. Zu den Highlights dieser mit zahlreichen CD-Welterstveröffentlichungen gespickten Box gehören zudem umfangreiche Filmdokumente, Konzertmitschnitte und Interviews.

„Hephzibah Menuhin: Homage“; 9 CDs + 2 DVDs

Warner

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.

Guido Fischer, RONDO Ausgabe 1 / 2021



Kommentare

Kommentar posten

Für diesen Artikel gibt es noch keine Kommentare.


Das könnte Sie auch interessieren

Musikstadt

Computer

Corona hat das Klassikleben zum Erliegen gebracht, statt attraktiver Klangorte sind vorerst […]
zum Artikel

Gefragt

Philharmonie Luxemburg

Auf der Erfolgsspur

Letzte Spielzeit übernahm der Salzburger Stephan Gehmacher die Leitung der Philharmonie Luxemburg. […]
zum Artikel


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Der Beginn ist bekanntlich eine sehr delikate Phase. Womit also fängt man an, als junges Klaviertrio, die ersten Schritte machend auf dem diskografischen Karriereweg? Das Silver Trio hat für sein Album-Debüt Beethoven, Rachmaninow und Bernstein ausgewählt. Eine durchaus merkwürdige Kombination, nicht weil man Musik verschiedener Epochen nicht auf einer CD vereinen dürfe – ganz im Gegenteil, so machen es viele Ensembles teils mit großem Erfolg. Da einem aber irgendwie keine Verbindung […] mehr


Abo

Top