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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

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am 02.07.2022



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(c) Marcus Lieberenz/bildbuehne.de

Da Capo

Durchbrennen statt Büro

Berlin, Staatsoper Unter den Linden: Wagners „Lohengrin“

Ist Roberto Alagna ein so bedeutender Tenor, dass solch Bohei um seinen ersten „Lohengrin“ gemacht werden müsste?! Schon in Bayreuth 2018 sollte er stattfinden; wurde von Alagna abgesagt, weil angeblich Dirigent Thielemann zu viele Striche aufmachen wollte (um ungekürzt zu spielen). Alagna zufolge hat er sich noch auf keine Rolle so akribisch vorbereitet. Hat sich auch gelohnt. Recht gut textverständlich. Auch die Spitzentöne sitzen prachtvoll, wo sie hingehören. Allerdings kann Alagna den italienischen Ragazzo nicht ganz verleugnen, der da in eine ganz merkwürdige brabantische Clique hineingestolpert ist. Alagna wirkt, als wolle er mit Elsa durchbrennen. In Gestalt von Vida Miknevičiūtė (einspringend für die erkältete Sonya Yoncheva) klingt die recht wasserabweisend kühl – und wehrhaft. Das Paar des Bösen – Ekaterina Gubanova (Ortrud) und Martin Gantner (Telramund) – kann niemanden schrecken. Sorgen bereitet René Pape, da er, trotz formidabler Stimmgestaltung, im Verlauf des Abends immer mehr zittert und im Gesicht zuckt. Es dürfte nicht zur Inszenierung gehören, im Gegensatz zum rätselhaften An- und Abschminken von Adam Kutny als Joker-Heerrufer. Was sich Calixto Bieito, ehemals ‚Schnippelgate‘-Skandalregisseur, bei diesem Büro-„Lohengrin“ gedacht hat, wer weiß es? Und schlimmer, wer will es wissen?! Der Käfig, in den abwechselnd verschiedene Darsteller gesperrt werden, ist ein unselig plattes Symbol schlechter Verhältnisse. So wird Bieito noch lange seine Runden an Opernhäusern drehen können, die Füllmasse für ihren Spielplan brauchen. Die Premiere im Kultursender arte (analoge Vorstellungen gab’s nicht) war die wohl erste Wagner-Produktion an der Staatsoper seit fast 30 Jahren, die nicht von Daniel Barenboim dirigiert wurde. Matthias Pintscher am Pult geht trotzdem, wie hier üblich, mit Schmackes in die Vollen. Musikalisch schlecht ist das alles nicht. Aber sehr heterogen. Am Ende applaudieren die Musiker vor leerem Parkett einander gegenseitig. Sie wirken: ratlos.

Robert Fraunholzer, RONDO Ausgabe 1 / 2021



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin. Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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