home

N° 1229
27.11. - 03.12.2021

nächste Aktualisierung
am 04.12.2021



Startseite · Klartext · Pasticcio

Vier gewinnt, und zwar einen Studienplatz: Das Quatuor Ébène freut sich auf Nachwuchsquartette © Julien Mignot

Pasticcio

Zukunftspläne

Auf diesen Auftritt im Frühjahr 2020 hatte das französische Quatuor Ébène besonders hingefiebert. Obwohl die bereits bereisten und bespielten Orte und Konzertsäle etwa in Tokio, São Paulo, Melbourne und sogar Nairobi allesamt für diesen Vierer herausragende Erlebnisse waren. Aber in der New Yorker Carnegie Hall das komplette Streichquartettschaffen von Beethoven zu spielen – das sollte dann doch das Sahnehäubchen auf der „Beethoven Around The World“-Tour sein. Aber auch dem Quatuor Ébène kam die Corona-Bestie in die Quere. Und so musste das im Laufe 2020 fertiggestellte, gleichnamige CD-Set ohne die eigentlich fest eingeplanten New Yorker Live-Aufnahmen auskommen. Was aber gar nicht stört, oder zumindest nur einen kleinen Schatten auf die Gesamteinspielung werfen würde. Denn das Ergebnis ist angesichts der Modernität, elektrisierenden Hochspannung und abgründigen Tiefe, mit der die vier Musiker und Musikerinnen dieses Neue Testament der Streichquartettliteratur präsentierte, rundum spektakulär ausgefallen.
Überhaupt zählt das Quatuor Ébène quasi seit seinem Gründungsjahr 1999 zu den führenden Qualitätsgaranten, wenn es um die große Quartett-Literatur, aber auch um Ausflüge in den Jazz angeht. Welches Nachwuchsquartett daher die Chance bekommt, sich bei seinen Idolen etwa den Feinschliff in Meisterklassen zu holen, kann sich schon ziemlich glücklich schätzen. Doch wie jetzt gerade bekannt wurde, bekommt das Quatuor Ebène dafür schon bald ein festes Zuhause, in dem man junge Streicher etwas langfristiger unterrichten will. Ab dem kommenden Wintersemester 21/22 schlägt das Quartett seine Zelte in der Münchner Hochschule für Musik und Theater auf. Dort nämlich wird eine „Ébène Quartet Academy“ mit einer entsprechenden Streichquartett-Klasse aufgebaut. Mit zum Ausbildungsteam wird dann Eberhard Feltz als „Visiting Professor“ gehören, der im Laufe seiner langen Karriere Mentor und Förderer zahlreicher weltberühmter Streichquartette war. Wozu übrigens auch das Quatuor Ébène gehörte, das in München 2004 zudem den 1. Preis des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD gewann und danach so richtig durchstartete. In der Musikstadt München tut sich wieder was. Erst Simon Rattle – jetzt das Quatuor Ébène.

Guido Fischer



Kommentare

Kommentar posten

Für diesen Artikel gibt es noch keine Kommentare.


Das könnte Sie auch interessieren

Gefragt

Christoph Sietzen

Auf Holz geklopft

Dieser junge Mann beherrscht die seltene Kunst, auf seinem Schlagwerk zu singen – und bewirkt […]
zum Artikel

Gefragt

Albrecht Mayer

Italienische Reise

Glückliche Zuhörer stehen für den Oboisten an oberster Stelle. Für sein neues Album hat er […]
zum Artikel


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Zum Warmwerden: Von Tenören, die gerne auf der Rasierklinge zwischen Kunst und Kommerz reiten, ist es ja bekannt. Das aber auch Instrumentalisten „ihr“ Weihnachtsalbum aufnehmen, hat Seltenheitswert. Zumal, wenn es auch noch so glückt wie im Fall des Harfenisten Xavier de Maistre. Der verbindet gleich mehrere Programmideen. So ist dieses Album nämlich nicht nur Begleitmusik fürs Weihnachtszimmer, sondern auch eine Verneigung vor einem großen Kollegen unter den Konzertharfenisten, […] mehr


Abo

Top