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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



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(c) Monika Rittershaus

Gefallene Mädchen

Wien (A), Theater an der Wien: Leoncavallos „Zazà“; Wien (A), Volksoper: Colemans „Sweet Charity“

Wie sich die Mädchenbilder gleichen: Die eine nennt sich Taxi Girl, leistet diversen Herren gegen Geld horizontal Gesellschaft. Und hat sich dabei ein reines Herz wie eine gutgläubige Seele bewahrt. Die andere ist eine Varietékünstlerin, ihr guter Ruf ist gleichwohl nicht viel wert. Denn sie verpflichtet sich aus einer Wettlaune heraus, den Tenor zu verführen, wo sie doch mit dem Bariton zusammenlebt. Beide stehen sie am Ende enttäuscht und allein da, die eine will nun endlich als selbstbestimmte Frau ihr Leben meistern, die andere sinkt „Finito“ seufzend zusammen. Ein vorbildlicher Musiktheater-Spielzeitauftakt an der blauen Donau. Während die Staatsoper unter neuer Leitung mit uralten Ladenhütern von toten Regisseuren als risikolose „Premieren“ ihr staubiges Gruft-Image und ihr gerontologisches Repertoire erneuern will, erfreuen die Volksoper und das Theater an der Wien ohne jede dramaturgische Absicht mit zwei spielenswerten Raritäten in gelungenen Neuproduktionen, einem Broadway-Musical und einer Verismo-Oper. Die aber freilich eine ähnliche, im Abstand von fast siebzig Jahren entstandene Geschichte erzählen: „Sweet Charity“ von Cy Coleman und Neil Simon sowie „Zazà“ von Ruggero Leoncavallo. Natürlich herrscht auch hier Coronazeit. Doch der Volksopern-Direktor und gelernte Schauspieler Robert Meyer fängt sich in einem originellen Verhaltensmaßregelvideo an der Seite eines stacheligen Zeichentrick-Coronabällchens entspannte Lacher ein. Denn hier hält man Abstand und erfreut sich an gefallenen Mädchen, wie der herzigen Lisa Habermann – die die knuffelige Charity Valentine Hope in einem minimalistisch bunten Sixties-Ambiente großstimmig eher als Wiener Gürtel-Schwalbe denn als Times-Square-Lerche gibt. Oder an der emotional überströmenden Svetlana Aksenova als eigentlich eigensüchtige Zazà zwischen dem Bariton Christopher Maltman (Cascart) und dem Strizzi-Tenor Nikolai Schukoff (Cascart), die von Stefan Soltéz superb klangeingekleidet wurde, während Christof Loys Regiegewandung auf hohem Niveau routiniert drehbühnenrotiert.

Matthias Siehler, RONDO Ausgabe 5 / 2020



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin. Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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