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Platz genug? Im Teatro Real von Madrid kam es wegen Unmutsstürmen zum Opern-Abbruch © Fss.fer/Wikimedia Commons – CC BY-SA 3.0
Früher, ja früher. Da gingen die Opern- und Konzertbesucher sich – wie im legendären Wiener „Watschenkonzert“ anno 1913 – noch empört gegenseitig an die Wäsche, wenn einem die Musik nicht gefiel. Heute schreit man sich nur die Kehle bei einer einfallslosen Inszenierung aus dem Hals. Oder wenn man zu eng aufeinander hocken muss. Genau das wurde jetzt einem Teil jenes Opernpublikums zugemutet, das sich im Madrider Opernhaus zu Verdis „Maskenball“ eingefunden hat. Im Parkett, auf den teuren Plätzen, war auch zu Beginn des Abends noch alles ruhig. Schließlich hatte man darauf geachtet, dass angesichts der Corona-Hygienevorschriften ausreichend Platz zwischen den einzelnen Besuchern war. Hoch oben aber, im sogenannten „Paradies“; wo die ganz billigen Plätze sind, waren die Opernfans dicht an dicht gesetzt worden. Was sofort lautstarke Tumulte auslöste. Und die sollten sich derart hinziehen, dass selbst der Dirigent des Abends trotz mehrfacher Versuche, das aufgebrachte Publikum zu beruhigen, die weiße Fahne hisste und die Vorstellung abbrach. Die Intendanz hatte zwar zwischendurch vorgeschlagen, dass man sich gerne auf andere freie Plätze setzen könne. Aber davon schien niemand Gebrauch zu machen. Die sofort einbestellte Polizei soll übrigens kein Fehlverhalten seitens der Oper festgestellt haben. Zumal man lediglich die Hälfte der Tickets verkauft hätte – obwohl eigentlich eine Auslastung von 75 Prozent möglich gewesen wäre.
50 Prozent Auslastung – darüber würde sich Peter Gelb in diesen Tagen und überhaupt in den kommenden Monaten mehr als nur freuen. Aber daraus wird bis frühestens September 2021 nichts. Denn wie Mr. Gelb, seines Zeichens Intendant der ehrwürdigen New Yorker MET, nun zerknirscht ankündigen musste, wird sein Haus solange geschlossen bleiben. Eigentlich sollte das Traditionshaus am 30. Dezember mit einer Gala endlich wiedereröffnet werden. Aber auch die hauseigenen Hygiene- und Gesundheitsexperten haben davor gewarnt. Und so will man so lange pausieren, bis endlich ein Impfstoff entwickelt worden ist, der Abstandsvorschriften und Masken überflüssig macht.
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Dreizehn Jahre war Roger Norrington Chefdirigent des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart (vor der Fusion mit dem Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg zum SWR Symphonieorchester im Jahr 2016) und hat mit dem sogenannten „Stuttgart Sound“ weltweit für Furore gesorgt. Dabei handelt es sich um eine gelungene Synthese aus historisch informierter Aufführungspraxis und den Klangmöglichkeiten eines modernen Orchesters. Egal ob es sich um Werke von Mozart, Haydn, Brahms oder Beethoven dreht, […] mehr