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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



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(c) SF/Monika Rittershaus

Der kostbare Moment

Salzburg (A), Festspiele: Mozarts „Così fan tutte“

Die schwierigste aller Mozart-Opern – „Così fan tutte“. Ausgerechnet auf dieser heiklen Gratwanderung zwischen Spielenwollen und Coronaregelnfolgenmüssen, inmitten des Stress permanenter Beobachtung und penetranter TV-Kameras, gelingt bei den Salzburger Festspielen der kostbar stille, anrührende Moment einer reifen, schönen, schlichten, melancholielächelnden Mozart-Premiere, bei der alles stimmt und traumschön harmoniert: Spiel, Gesang und Konzept. Das so oft Gesehene und Gehörte ist aufregend neu, dabei zwanglos klug und einfach. Und das Schönste: Diese makellose Aufführung ist aus dem Moment geboren. Aus dem Wissen und dem Wollen einer Schar von Profis wie dem Amadeus-erfahrenen Regisseur Christof Loy und jungen Könnern. Und – als erster Frau in einer Salzburger Opernpremiere – mit einer 34-jährigen, intelligenten, aber eben auch intuitiven Dirigentin, die souverän bündelt und zusammenhält, gleichzeitig locker sich tragen lässt. Die den Wiener Philharmoniker ihren weichen, honigrunden Klang erhält und sie trotzdem zu lebendigen Tempi animiert: Joana Mallwitz. Da wegen der Corona-Auflagen keine Pause sein durfte, wurde der Zweiakter um 45 Minuten coupiert; aber man vermisst nichts! Der so pingelige wie chirurgisch kühle Emotionssezierer Christof Loy vertraut ganz auf den Ewigkeitswert dieser Marivaux-Parabel. Es geht nicht um die (Un-)treue der Frauen, sondern um die Haltbarkeit von Gefühlen. Zwei Pumps-Paare, offenbar hastig abgestreift. Die stehen auf dem Absatz der aus dem Orchester hinaufführenden Stufen. Dahinter hebt sich eine weiße Wand mit Doppeltür, rechts eine weitere. Sonst nichts. Gleißende Helle, Minimalismus. Loy zieht die Fäden straff, seine Spieler agieren gelassen. Jeder ist als Spieler wie Vokalist großartig, im Quartett sind sie herrlich ausbalanciert, die Timbres mischen sich deliziös, jugendlich neugierig, fruchtig frisch. Dazu der trockene Sarkasmus Alfonsos und die schnippische Zofenschludrigkeit Despinas: Elsa Dreisig und Marianne Crebassa, Bogdan Volkov und André Schuen, Lea Desandre und Johannes Martin Kränzle – ein Singspielsextett der überirdischen Art.

Matthias Siehler, RONDO Ausgabe 4 / 2020



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin. Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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