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Direktorium nimmt Abstand: Die Salzburger Festspiele feiern ihr 100-Jahr-Jubiläum in modifizierter Form (v.l.n.r. Lukas Crepaz, Helga Rabl-Stadler und Markus Hinterhäuser) © Neumayr/Leo

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Hoffnung!

Immer noch ist es sehr dünnes Eis, auf dem sich der Konzert- und Opernbetrieb bewegt. Trotz verschärfter Hygiene- und Sicherungskonzepte besteht schließlich weiterhin das Restrisiko, dass das Covid 19-Virus in die Sitzreihen oder in die Proberäume getragen wird. Die Konzert- und Opernsaison 2020/21 wird zwar stattfinden. Aber vorerst mit leicht gebremster Energie im verständlicherweise modifizierten Terminkalender. Im Gegensatz dazu waren die Festspielmacher von Aix bis Bayreuth gezwungen, ihre Pläne und Projekte auf 2021 zu verschieben und den Betrieb für 2020 ganz zu canceln. Immerhin zwei Großfestivals haben den Lockdown genutzt und an Formaten gearbeitet, um so für eine mögliche Entspannungslage gewappnet zu sein. Und diese Hoffnung zahlt sich jetzt aus: sowohl die Salzburger Festspiele wie auch das Berliner Musikfest finden statt!
Hier wie da musste natürlich das ursprüngliche Programm den Umständen angepasst werden. Trotzdem gibt es an der Salzach und an der Spree musikalische Großereignisse und Abenteuer zuhauf. Vom 1. bis 30 August finden die Salzburger Festspiele statt. Und da man damit den 100. Geburtstag dieses Traditionsfestivals feiert, durfte ein Werk der prägenden Festival-Figuren Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss nicht fehlen. So gibt es zur Eröffnungspremiere eine neue „Elektra“, dirigiert von Franz Welser-Möst und in der Regie von Krzysztof Warlikowski. Wenngleich die weiteren geplanten, aufwändigen Opernpremieren verschoben werden mussten, gibt es wenigstens eine neue „Così fan tutte“. Christof Loy bringt diesen Mozart-Schlager mit einem jungen Ensemble auf die Bühne. Zu den konzertanten Highlights gehören dagegen die Berliner Philharmoniker unter Kirill Petrenko, die Wiener Philharmoniker unter Riccardo Muti bzw. Andris Nelsons sowie die Neue Musik-Schiene „Fragmente – Stille“, bei der u.a. das Klangforum Wien ein Werk von Salvatore Sciarrino uraufführt www.salzburgerfestspiele.at
Wie so manch andere prominente Salzburger Gäste à la Daniel Barenboim ist auch das Klangforum Wien anschließend auch beim Berliner Musikfest zu hören (25. August bis 23. September). Und dann steht die Weltpremiere des Ensemblestückes „Der Lauf der Dinge“ von Georges Aperghis ins Haus. Überhaupt liegt der Fokus wieder auf der zeitgenössischen Musik – wenngleich selbstverständlich solche Klassiker wie Bach (Cello-Suiten mit Nicholas Altstaedt) auch nicht zu verachten sind. Weitere Premieren stammen von Christian Jost und Wolfgang Rihm. Und der Rihm-Schülerin und Wahl-Berlinerin Rebecca Saunders ist ein Porträt gewidmet www.berlinerfestspiele.de .



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