home

N° 1229
27.11. - 03.12.2021

nächste Aktualisierung
am 04.12.2021



Startseite · Klang · Magazin

Magazin

Schätze für den Plattenschrank

Karajan sei Dank I

Als Herbert von Karajan 1968 mit den Berliner Philharmonikern auf Sowjetunion-Tour war, durften sich ihm einige junge Dirigenten präsentieren. Einer von ihnen war Mariss Jansons. Karajan war von dem Letten derart angetan, dass er ihn ein Jahr später zu den Salzburger Osterfestspielen einlud. Über die Chefposten-Stationen in Oslo und Pittsburgh kam er schließlich 2003 nach München, wo er Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks wurde und ein zweites Zuhause fand. So spendete er aus Dankbarkeit das gesamte Preisgeld des ihm verliehenen Siemens-Musikpreises für das neue, überfällige Konzerthaus. Zur Erinnerung an die immerhin 16-jährige Zusammenarbeit zwischen dem BR-Orchester und diesem Maestro, der Ende 2019 für viele überraschend verstorben ist, erscheint jetzt eine 7-CD-Box mit Aufnahmen, die zwischen 2003 und 2008 herausgekommen sind. Direkt aus der ersten gemeinsamen Konzertsaison stammen da etwa die Live-Mitschnitte mit Werken von Tschaikowski (6. Sinfonie), Schönberg (Verklärte Nacht), Webern (Im Sommerwind) und Sibelius (1. Sinfonie). Aus dem Stand heraus bildeten Dirigent und Orchester ein mustergültiges Gespann, das jedem der Stücke über eine riesige Klangfarbenpalette und Impulsivität im Rhythmischen ein großes, bewegendes, aber nie übermäßig pathetisches Leben einhauchte. Wie Jansons nicht nur Virtuosenfutter à la Tschaikowskis 1. Klavierkonzert (mit dem unfassbar grandiosen Denis Matsuev) knistern lassen konnte, sondern auch die klassische Moderne (Bartóks Konzert für Orchester, Strawinskis „Feuervogel“), haben die Mikrofone treulich eingefangen. Diese Box beweist einmal mehr: Mariss Jansons war ein Geschenk für das BR-Orchester.

Mariss Jansons & das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Great Recordings (7 CDs)

Sony

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.

Guido Fischer, RONDO Ausgabe 1 / 2020



Kommentare

Kommentar posten

Für diesen Artikel gibt es noch keine Kommentare.


Das könnte Sie auch interessieren

Da Capo

Jagdsaison bei Wirecard

München, Bayerische Staatsoper: Webers „Der […]
zum Artikel

Testgelände

Volt & Vinyl

Martha Argerich

zum Artikel


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Zum Warmwerden: Von Tenören, die gerne auf der Rasierklinge zwischen Kunst und Kommerz reiten, ist es ja bekannt. Das aber auch Instrumentalisten „ihr“ Weihnachtsalbum aufnehmen, hat Seltenheitswert. Zumal, wenn es auch noch so glückt wie im Fall des Harfenisten Xavier de Maistre. Der verbindet gleich mehrere Programmideen. So ist dieses Album nämlich nicht nur Begleitmusik fürs Weihnachtszimmer, sondern auch eine Verneigung vor einem großen Kollegen unter den Konzertharfenisten, […] mehr


Abo

Top