home

N° 1265
06. - 12.08.2022

nächste Aktualisierung
am 13.08.2022



Startseite · Klartext · Pasticcio

Der Oper!-Award wird im Berliner Konzerthaus vergeben (c) David von Becker/KHB

Pasticcio

Opern-Premiere

1657 wurde am Münchner Salvatorplatz das erste Opernhaus Deutschlands eröffnet. Seitdem boomt das Musiktheater wie nirgendwo anders auf der Welt. Denn noch nicht einmal das Opernmutterland Italien kann eine derartige Dichte an Opernhäusern vorweisen. Sage und schreibe über 80 Musiktheater verteilen sich auf das gesamte Bundesgebiet – was ein Siebtel der weltweiten Opernhauslandschaft ausmacht. Und natürlich wird Saison von Saison von Aachen und Augsburg bis Weimar und Wuppertal mit vielseitigen Spielplänen um das opernverrückte Publikum gebuhlt. So soll es allein in der vergangenen Spielzeit sage und schreibe 537 Opernpremieren gegeben haben. Da den Überblick zu behalten, darf daher selbst für kilometerfressende Opernfans unmöglich sein. Und auch die acht Opernkritiker (darunter RONDO-Autorin Eleonore Büning), die jetzt die Jury für Deutschlands tatsächlich ersten Opernpreis namens „Oper! Awards“ bilden, dürften von den Hunderten von Neuinszenierungen nur einen absoluten Bruchteil gesehen haben.
Doch mit dem vom Magazin „Oper!“ ins Leben gerufenen Preis werden nicht allein Sänger, Dirigenten, Regisseure, Nachwuchskünstler, Uraufführungen, Inszenierungen, Bühnen- und Kostümbildner ausgezeichnet. Zu den insgesamt 20 Kategorien zählen auch CD-Highlights, Festivals sowie der obligatorische „Lebens- bzw. Ehrenpreis“. „Es ist eine absurde Situation, dass Deutschland über die meisten Opernhäuser weltweit verfügt, bislang aber über keinen Preis, der die Besten der nationalen und internationalen Opernbranche im Rahmen einer Preisverleihung würdigt“, so der Opernmagazin-Herausgeber Ulrich Ruhnke „Es gibt so etwas in prominenter Form für den Film und das Schauspiel, aber nicht für die Oper. Es wurde Zeit, dass diese komplexeste und herausforderndste aller Kunstgattungen in Deutschland eine angemessene öffentliche Würdigung erfährt.“ Am 21. September findet im Konzerthaus Berlin die erste Preisverleihung statt. Nähere Informationen auch dazu gibt es online .

Guido Fischer



Kommentare

Kommentar posten

Für diesen Artikel gibt es noch keine Kommentare.


Das könnte Sie auch interessieren

Hörtest

Biber: „Rosenkranzsonaten“

Verstimmt, in Gottes Namen: 15 Sonaten und eine Passacaglia bilden das wohl größte Kompendium des […]
zum Artikel

Da Capo

Salzburg (A), Festspiele

Der „Rosenkavalier“, schönstes, nicht modernstes, nicht spektakulärstes Stück ihrer Gründer […]
zum Artikel


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Benedetto Boccuzzi wurde 1990 in New York City geboren und ist ein Pianist, Improvisator und Komponist. Auf seinem neuen Album „Im Wald“ stellt er Werke der Romantiker Robert Schumann und Franz Schubert den Zeitgenossen Jörg Widmann, Wolfgang Rihm und Helmut Lachenmann gegenüber. Dadurch entsteht ein ästhetischer Dialog zwischen den Generationen, der eine erweiterte Realität abbildet. In dem zweiteiligen Programm wird der Hörer dazu eingeladen, einen imaginären Zauberwald zu […] mehr


Abo

Top