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N° 1229
27.11. - 03.12.2021

nächste Aktualisierung
am 04.12.2021



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„Tor, Tor, Tor!“ – die A40 in Essen © Till Brönner, mit freundlicher Genehmigung der Brost-Stiftung

Pasticcio

Melting Pott

Als Jazz-Trompeter hat sich der 1971 in Viersen geborene Till Brönner die (Musik-)Welt erobert. Er spielte mit vielen Größen seines Faches wie Dave Brubeck, Tony Bennett, Nils Landgren oder Klaus Doldinger, arrangierte und produzierte Alben für andere Künstler und gab nicht zuletzt dem Jazz als Fernsehjuror oder auch als Promi im Blitzlicht ein populäres Gesicht. Dafür hat er nicht nur Lob kassiert, aber unbestritten ist er einer der wenigen Deutschen, die derzeit im Jazz international Beachtung gefunden haben. 2016 lud ihn Barack Obama zur Feier des „International Jazz Day“ der UNESCO ins Weiße Haus, als einzigen deutschsprachigen Künstler an der Seite amerikanischer Jazz-Kollegen.

Seit 2010 nun hat Brönner seine zweite Leidenschaft, die Fotografie, ebenfalls zur Profession erhoben. Sein erster Bildband mit Porträts von Künstlerkollegen erschien 2014. Seinen zweiten Band konnte er soeben mit einer Ausstellung der Fotos im Museum Küppersmühle in Duisburg feiern (noch bis 6. Oktober 2019) . „Melting Pott“ heißt Brönners Porträt des Ruhrgebietes, dass er dafür über ein Jahr lang durchstreift hat. Einzelporträts, wie Fußballer Mario Götze, stehen neben Menschen des Alltags, wie den Einlaufkindern im Fußballstadion, große Industrieanlagen und in die Jahre gekommene Architektur neben Stadtpanoramen von enormer Weite. In seinen Aufnahmen verschmilzt Brönner Widersprüchliches und auch ästhetisch weit Auseinanderliegendes, Kunst und Klischee, mal in grobkörnigem Schwarzweiß, mal als knackig-scharfes Farbmotiv, zu einer Hommage des Ruhrpotts. Am liebsten zelebriert er dabei Ästhetik und fotografisches Handwerk an vielen wunderbaren, gut beobachteten Motiven. Die inhaltliche Bewertung und die Aufgabe, aus diesem „melting pot“ ein Ganzes werden zu lassen, überlässt er notgedrungen dem Betrachter. Wäre es nicht Anfang 2019 schon geschehen – für diesen Bildband wäre Brönner der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen sicher gewesen.

Till Brönner, „Melting Pott“, 224 Seiten, 62 farbige und 105 s/w-Abbildungen, €35, Wienand Verlag Köln

Carsten Hinrichs



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