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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



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(c) Jochen Quast

Ein Hoch aufs Zahnweh

Hildesheim, Theater für Niedersachsen: Offenbachs „Die Prinzessin von Trapezunt“

Die Zeitgenossen waren enthusiasmiert. Die berühmte Bouffes-Parisiennes-Truppe des Monsieur Jacques Offenbach, der selbst am Pult stand, unterbrach anno 1869 im schnuckelig- stuckeligen Baden-Badener Puderdosentheater das Kurallerlei mit einer Uraufführung: „La Princesse de Trébizonde“. Rummelplatz- Gaukler steigen darin durch ein Lotterielos zu Schlossbesitzern auf und langweilen sich in neureichem Prunk. Der steife Fürstennachbar verliert seinen Prinzensohn dorthin, da der sich in eine Wachsfigur, eben jene Prinzessin von Trepizont, verliebt hat, die nach einem Betriebsunfall von der Schaustellertochter Zanetta gespielt wurde.
Die Musik ist duftig-verspielt, das Sujet pikant. Es macht sich über Personen von Stand lustig, über die Zurschaustellung von Exoten und das Glück des Augenblicks. Die charmant-warmherzige Partitur wurde nicht nur von Offenbach- Apologet Karl Kraus geschätzt, trotzdem versank der Dreiakter schnell in Vergessenheit. Umso verdienstvoller, dass das kleine Theater für Niedersachen zum 200. Komponisten-Geburtstag dieses fein funkelnde Juwel zum Glänzen gebracht hat. In abgespeckter Bearbeitung, die auf den Chor verzichtet. Dafür aber einen gelangweilten Conférencier (Paul Hentze) aufbietet. Der fungiert zudem als Puppenspieler, lässt für die Umbaupause Offenbach philosophieren und explodiert als Applaus-Abräumer mit einem dümmlichen Dienertrio – die er alle selbst singt, spielt und tanzt.
Für die tolle Produktion hat man sich Entertainment- Adel von der Komischen Oper engagiert: Schauspieler Max Hopp zeigt in seiner ersten Regie inklusive Textmodernisierung einen minimalistischen Abend zwischen Theater- Hommage und ödgrauem Schlossdasein, rasant, grell, zart und fein. Den unaufdringlich Adam Benzwi vom Klavier aus steuert. Er hat geschickt neuarrangiert. Da tröpfelt das Piano zum Liebesleid-Couplet, da klingelt als Auftakt allein das Triangel, da werden drehende Teller als nostalgisches Quintett besungen und zerbrochene Nasen beklagt. Auch eine dissonanzenreiche Arie auf das Zahnweh gibt es.

Matthias Siehler, RONDO Ausgabe 2 / 2019



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin. Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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