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Die Musik des 20. Jahrhunderts war von jeher Michael Gielens Steckenpferd. Schon als Anfang-Zwanzigjähriger hatte der gebürtige Dresdner das komplette Klavierwerk von Schönberg gespielt. Und Neue Musikgeschichte sollte er 1965 schreiben, als er in Köln Bernd Alois Zimmermanns Oper „Die Soldaten“ uraufführte. Trotzdem empfand sich Gielen nie ausschließlich als Experte fürs Zeitgenössische. So hatte er noch Furtwängler bei Bachs „Matthäus-Passion“ assistiert. Und im Laufe seiner 60-jährigen, fulminanten Frankfurter Opern-Dirigentenkarriere wurden Verdi, Gluck und Mozart, Beethoven und Mahler zu wichtigen Pfeilern seines Denkens und Musizierens. „Als ob das verschiedene Dinge wären, Beethoven und Schönberg“, sagte Gielen einmal. „Das ist die eine Musik in verschiedenen Sprachen, in verschiedenen Dialekten.“ Nun ist dieser Zeitgenosse, der bereits 2014 aus gesundheitlichen Gründen vom Dirigieren Abstand nahm, im Alter von 91 Jahren verstorben.

Guido Fischer, RONDO Ausgabe 2 / 2019



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