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N° 1289
21. - 27.01.2023

nächste Aktualisierung
am 28.01.2023



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Genius loci: Das Schumann-Haus in Düsseldorf (c) weigels/wikimedia commons / CC3.0

Pasticcio

Immer Ärger mit dem (Ver-)Mieter…

„Ich suchte neulich in einer alten Geographie nach Notizen über Düsseldorf und fand da unter Merkwürdigkeiten angeführt: 3 Nonnenkloster und eine Irrenanstalt. Die ersteren lasse ich mir gefallen; aber das letztere war mir ganz unangenehm zu lesen.“ Was Robert Schumann da 1849 notierte, deutet an, mit welch gemischten Gefühlen und Vorahnungen er ein Jahr später den Weg nach Düsseldorf antrat. Tatsächlich sollte der manisch Depressive seine beiden letzten Lebensjahre in einer Nervenheilanstalt verbringen. Wenngleich nicht in Düsseldorf, sondern in Bonn-Endenich.
Richtig heimisch war Schumann mit Gattin Clara und seinem Haufen Kinder erst ab 1852 in der Düsseldorfer Bilker Straße Nr. 1032 (heute Hausnummer 15) geworden. Hier komponierte er immerhin ein Drittel seines Gesamtschaffens, darunter die drei Violinsonaten und das Cello-Konzert. Außerdem gingen alte und neue Freunde wie Johannes Brahms und Joseph Joachim genauso ein und aus wie die feine Düsseldorfer Gesellschaft oder Vertreter der Düsseldorfer Malerschule. Ein mehr als nur historischer Ort ist also das am Rande der Altstadt gelegene Schumann-Haus, das allzu lange in einen Dornröschenschlaf gefallen war.
Nachdem die Stadt das Haus 1972 erworben hatte, entschied man sich 1990, dass wieder ein Musiker hier einziehen solle. Die Wahl fiel auf den Cellisten Thomas Beckmann, der seitdem mit seiner Frau die 2. Etage bewohnt. Zwischen ihnen und der Stadt ist es aber gerade in den letzten Jahren nicht immer harmonisch zugegangen. Die Substanz des Hauses brauchte eine Sanierung bitter nötig, weshalb man Beckmann auch mit Alternativangeboten zu überzeugen versuchte, das Schumann-Haus wieder zu verlassen und in eine andere Wohnung einzuziehen. Doch Beckmann weigerte sich beharrlich und pochte auf den Mietvertrag, der ihm ein „langes Nutzungsrecht“ zusicherte. Inzwischen aber scheint eine für alle Beteiligten befriedigende Lösung gefunden. Dabei will die Stadt Düsseldorf endlich für 3,2 Millionen Euro das Haus renovieren und 2020 dann in der 1. Etage ein Museum eröffnen. Und Beckmann? Er darf weiter im 2. Stock des Schumann-Hauses wohnen.

Guido Fischer



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