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N° 1219
18. - 24.09.2021

nächste Aktualisierung
am 25.09.2021



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Wagner-Devotionalien

Erste Neuerscheinungen

Verdi und Wagner – beide großen Komponisten werden 2013 zu ihrem 200. Geburtstag geehrt. Auf dem Tonträgermarkt hat Wagner derzeit die Nase vorn. Das Schöne am Jubeljahr: Boxen und Neuzusammenstellungen erlauben Interessierten die Annäherung an den Gesamtkünstler Wagner in homöopathischen Dosen und zum kleinen Preis. Damit niemand im Kampf mit dem Preisdrachen einem schalen Schnäppchen aufsitzt, haben wir im Hörtest erste Empfehlungen zu allen Wagner- Opern zusammengetragen.

Der Wagner-Einsteiger wird diesen Winter so heiß umworben, wie der reine Tor Parsifal von den lockenden Blumenmädchen. Den „Essential Wagner“ verspricht zum Beispiel EMI und setzt verstärkt auf die populären Opern ab dem „Fliegenden Holländer“. Dafür gibt es von „Rheingold“ nur den Schluss, aus „Siegfried“ das Schmiedelied, und die „Götterdämmerung“ schmilzt zu Tod und Trauermarsch zusammen (Essential Wagner, 2 CDs, EMI). Als Staffelangebot aus gleichem Haus gibt’s noch „Best Of Wagner 50“ und „Best Of Wagner 100“ zum studentischen Preis in älteren, aber überwiegend hochwertigen Aufnahmen (Wunderlich, Fischer-Dieskau, Frick, Gedda, Grümmer, Kollo u.a.). Auch Sony legt mit seinen Haussängern eine Blütenlese der Highlights vor, ergänzt um zwei Wesendonck-Lieder und zur Beschäftigung jenseits der Häppchenkost um einen Einführungsessay ergänzt („Wagner: Genie und Wahnsinn“, mit Vogt, Meier, Jerusalem, Gerhaher, Hofmann, 3CDs, Sony).

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Fortgeschrittene, die die Opern vollständig wünschen, bekommen aus demselben Haus unter anderem Keilberths Meistersinger und den Dresdner Janowski-Ring, dazu Ariensammlungen und Ausschnitte, Orchestermusiken und Transkriptionen. (Wagner: Great Recordings, 40 CDs, Sony). Was Opernaufnahmen angeht, kann EMI aus dem Vollen schöpfen und trägt alles ab „Rienzi“ zusammen, darunter den Klemperer-„Holländer“, den Kempe-„Lohengrin“, den „Ring“ unter Sawallisch, und die „Meistersinger“ unter Karajan („Wagner: The Great Operas“, 36 CDs). Wer wirklich alle Opern komplett haben möchte, kommt um die „Complete Wagner Edition“ nicht herum. Nur sie enthält auch die „Feen“ und das „Liebesverbot“ (Downes, 1976), daneben u.a. den Levine-„Ring“, Sinopolis „Tannhäuser“ und als Schmankerl den Kleiber- „Tristan“ (Wagner: Complete Operas, 43 CDs, Deutsche Grammophon/Universal). Das im Sinne des Gesamtkunstwerks notwendige Gegenstück für den heimischen Fernseher – wenn auch ohne die Frühwerke – findet sich bei Opus Arte. Überzeugende, wenngleich nicht überragende Inszenierungen mit sehr guten Sängern sind dort zum anständigen Preis versammelt (Wagner-Edition, mit Vogt, Stemme, Meier, Pape; Regie: Kusej, Lehnhoff, McVicar, Kupfer, 25 DVDs, Opus Arte/Naxos). Wirklich komplett ist Wagner ohnehin erst, wenn man den Opern die versprengten Chorsätze und Festgesänge, Klavier- und Orchesterlieder an die Seite stellt (The Other Wagner, Klemperer, Plasson, Janowski, 3 CDs, EMI).

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Natürlich wird auch das Tafelsilber großer Tage noch einmal ordentlich poliert ausgestellt. Für eingefleischte Fans, die so gut wie alles schon haben, empfiehlt sich vielleicht die limitierte Deluxe-Edition des Solti-„Rings“ mit den Wiener Philharmonikern: Auf 14 CDs sorgfältig neu remastered, dazu auch komplett auf einer verlustfreien 24-Bit-Audio-Bluray kommt dieser Meilenstein der Schallplattengeschichte neu heraus, dazu laut Angabe auch die BBC-Doku „The Golden Ring“, eine Einführung auf 2 CDs, Kunstdrucke und ein Faksimile der Walkürenritt-Partitur Soltis. Die Neuabmischung kam aber auch der regulären Solti-Box zu Gute (Georg Solti: The Wagner Operas, 37 CDs, Decca/Universal).

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Carsten Hinrichs, RONDO Ausgabe 6 / 2012



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