home

N° 1265
06. - 12.08.2022

nächste Aktualisierung
am 13.08.2022



Startseite · Künstler · Gefragt

Joyce DiDonato

Sympathische Drama Queen

„Nudeln satt bitte“. Joyce DiDonato genießt die Sonne auf dem Münchner Viktualienmarkt und macht ihrem (angeheirateten) Nachnamen alle Ehre. Diese Frau, eine der gegenwärtig meistgefragten Mezzosopranistinnen, wenn es um Hosenrollen und das verzierte Belcanto- und Barockfach geht, ist authentisch und immer nett. Dabei nicht oberflächlich, von einer selten sich so schön mischenden uramerikanisch freundlichen Aufgeschlossenheit, gepaart mit Talent, Bescheidenheit, Teamfähigkeit, pädagogischem Sendungsbewusstsein und Neugier.
Jake Heggie, ein guter Freund und Komponist, dessen „Dead Man Walking“-Oper sie eben gesungen und eingespielt hat, schreibt an einer Uraufführung für sie: „Eine Buffa, ich liebe Komödie, aber mit ernsten Untertönen. Ich spiele natürlich eine Primadonna, die eine wiederentdeckte Belcanto-Oper uraufführen darf und Bühne und Wirklichkeit nicht mehr so recht in den Griff bekommt. Wunderbar wird diese Oper in der Oper, sie heißt ,Rosa Dolorosa, Filia di Pompei’ und es gibt selbstverständlich auch einen Vulkanausbruch“.
Eruptionen ganz anderer Art beschäftigen sie auf ihrem aktuellen, von einer Tournee begleiteten Album. Es geht königliche Verhaltensmuster in Opernarien des 18. Jahrhunderts: Die Regentinnen-Riege von Händel bis Gluck, Keiser bis Hasse mag toben und rasen, sie behält nicht nur stilistisch die Contenance. So wie Joyce DiDonato.

Drama Queens: Arien von Keiser, Orlandini, Haydn, Händel u.a.

Joyce DiDonato, Alan Curtis, Il Complesso Barocco,

Virgin/EMI

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.

Matthias Siehler, 30.11.1999, RONDO Ausgabe 5 / 2012



Kommentare

Kommentar posten

Für diesen Artikel gibt es noch keine Kommentare.


Das könnte Sie auch interessieren

Musikstadt

Mit den Augen der Täterin

Die Oper Graz präsentiert Mieczysław Weinbergs „Passagierin“ als großen Abschied von der […]
zum Artikel

Pasticcio

Unterstützung!

Am vergangenen Mittwoch fand im Berliner Konzerthaus ein topbesetztes Konzert statt. Ohne […]
zum Artikel


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Benedetto Boccuzzi wurde 1990 in New York City geboren und ist ein Pianist, Improvisator und Komponist. Auf seinem neuen Album „Im Wald“ stellt er Werke der Romantiker Robert Schumann und Franz Schubert den Zeitgenossen Jörg Widmann, Wolfgang Rihm und Helmut Lachenmann gegenüber. Dadurch entsteht ein ästhetischer Dialog zwischen den Generationen, der eine erweiterte Realität abbildet. In dem zweiteiligen Programm wird der Hörer dazu eingeladen, einen imaginären Zauberwald zu […] mehr


Abo

Top