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N° 1223
16. - 22.10.2021

nächste Aktualisierung
am 23.10.2021



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Zugabe

Namen, Nachrichten, Nettigkeiten: Neues von der Hinterbühne

Tenor Roberto Alagna hat sich von seiner Lebensgefährtin Aleksandra Kurzak dazu überreden lassen, 2018 in Bayreuth den Lohengrin zu singen. „Mach das doch, das ist eine großartige Gelegenheit!“, habe sie ihm gesagt. „Ich helf’ dir auch bei der Aussprache!“ Lohengrin, so Alagna, „ist eigentlich nicht mein Repertoire. Aber ich werd’s versuchen.“ Als Partnerin unter Leitung von Christian Thielemann ist Anna Netrebko vorgesehen.
Die Wiener Staatsoper muss „bis mindestens 2020“ ohne Generalmusikdirektor auskommen. Das verkündete Intendant Dominique Meyer und begründete den Vorgang damit, es sei nicht möglich, nach dem überraschenden Rücktritt von Franz Welser-Möst rasch einen neuen Chef zu finden. Kein Wunder, so mag man kommentieren. Der zu Kräften gekommene Meyer kommt gut ohne einen schwer zu lenkenden, autonomen Chefdirigenten zurecht. Und das Orchester des Hauses – im Kern also die Wiener Philharmoniker – sowieso.
Opernregisseur Harry Kupfer, der im August 80 Jahre alt geworden ist, will noch lange nicht aufhören. „Solange ich eine dreistündige Probe im Stehen aushalte, kann ich weitermachen“, so Kupfer in Berlin. Dies allerdings sei eine Grundvoraussetzung für ihn. Denn: „Im Sitzen kann man nicht Chöre inszenieren.“ Für die Oper Frankfurt bereitet Kupfer derzeit „Iwan Susanin“ („Ein Leben für den Zaren“) von Glinka vor. An der Berliner Staatsoper folgt „Fidelio“.
Für Mezzo-Sopranistin Doris Soffel ist Erotik auf der Bühne Ehrensache. „Die keukeuschen Töne sind nicht mein Ding“, sagte sie in der Lounge des Berliner Hotels Kempinski. Sie habe auch aus diesem Grunde den Wechsel ins Sopran-Fach immer abgelehnt. „Ich wollte die sinnlichen tiefen Töne nicht verlieren. Hohe Töne sind meistens keusche Töne. Die wollte ich nicht“, so Soffel. Freilich würden erotische Aspekte oft missverstanden – besonders von den Dirigenten. „Deswegen bevorzuge ich, wenn ich so sagen darf, schwule Dirigenten. Bei denen kann ich Erotik ohne Gefahr voll ausfahren.“
Die amerikanische Geigerin Hilary Hahn ist Mutter geworden. Ihre Tochter heißt Zelda – „and life is rosy“, so Hahn auf ihrer Facebook- Seite.
Dirigent Kirill Karabits, Wiener Ex-Kommilitone von Kirill Petrenko und Chefdirigent des Bournemouth Symphony Orchestra sowie demnächst der Staatskapelle Weimar, führt die Vielzahl russischer Dirigier-Talente auf gute Musikschulen in Russland zurück. „In der Sowjetunion war die Ausbildung für Musik, man muss es sagen, sehr gut. Man begann im Alter von 6 oder 7 Jahren, und zwar auf einem sehr professionellen Niveau. In jeder größeren Stadt gab es spezielle Musikschulen mit damals sehr guten Lehrern.“ Freilich glaube er nicht, dass diese Dirigentenquelle weiter so sprudeln werde. „Die guten Lehrer sind fast alle weggegangen – in den Westen.“
Der amerikanische Cellist Yo-Yo Ma hat bei Flugreisen noch nie sein Instrument als Gepäckstück aufgegeben. „Es lohnt sich nicht!“, sagte er in Salzburg. Ich kenne zu viele Geschichten, bei denen das Cello beschädigt zu seinem Besitzer zurückgekehrt ist. Das kann teuer werden!“ Allerdings sei es wahr, dass Reisen mit einem Cello wahnsinnig kostspielig ist, da das Cello einen eigenen Sitzplatz braucht. Und nicht nur das. „Immer mehr Airlines erlauben neuerdings überhaupt keine Celli mehr an Bord. Ich kann im Grunde genommen nur noch an Orte reisen“, so Ma, „bei denen ich diese Fluggesellschaften umgehen kann.“
Die deutsche Sopranistin Diana Damrau zieht die Reißleine und muss auf Anraten ihrer Ärzte eine zehnwöchige Auszeit nehmen. „Nach 15 Auftrittsjahren ohne echte Erholung“, so schreibt sie auf ihrer Homepage, „stößt mein Körper an seine Grenzen und benötigt dringend eine Pause. Erkältungen und andere kleine Infekte heilen nicht mehr aus“, so Damrau. „Ich bin ständig müde.“ Auf die Bühne zurückkehren will sie im Frühjahr.

Robert Fraunholzer, RONDO Ausgabe 5 / 2015



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