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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



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Kira von Zierotin als Medea (c) Pálffy

Fremd und faszinierend: Teatro Barocco

Altenburg (A)

Stuck, Stuck, Stuck. Und Fresken. Der Blick mag sich gar nicht abwenden von diesen Decken und Wänden, Kuppeln und Raumschalen, die fantasievoll prunken, aber eigentlich demütig die Aufmerksamkeit auf Gottes Werk lenken sollen. Unter dem kunstsinnigen Abt Placidus Much entstand die prunkvolle Barockausstattung des hoch über dem Kamptal im Waldviertel thronenden Klosters Altenburg. Hier, 90 Kilometer von Wien entfernt, schaut man in diesem versteckten Juwel in der prachtvollen Bibliothek auf einen blau gemalten Bühnenrahmen, der die andere Hälfte des langestreckten Saales verbirgt: Bernd R. Bienert ist wieder mit seinem Teatro Barocco zu Gast.
Nun schon zum vierten Mal lässt der ehemalige Zürcher Ballettdirektor, Choreograf und Regisseur in diesem so originalen wie originellen Ambiente frühklassizistische Stücke spielen. Werke, die zu klein oder zu speziell sind, um in normalen Theatern ihre Wirkung zu entfalten, die aber hier leben und zu leuchten beginnen. Mini ist das Orchester, doch es reicht aus. Denn auch der böhmische Kapellmeister Anton Benda (1722–1795) beschränkt sich in seinen Melodramen oftmals nur auf unterstützende, kommentierende Akkorde zum gesprochenen Wort. Dennoch sind sie hochpathetisch, so wie sein berühmtestes, die „Medea“ mit ihrer dichten Finalszene. Die Musik ist schlicht und direkt, gemahnt oft an Gluck. Das barocke Umfeld relativiert das, und die tänzerisch exakte, wortdeutliche Umsetzung durch Kira von Zierotin, in Reifrock und Allongeperücke wie eine der berühmten Schauspielerinnen der Comédie-Française. Sie schwingt den Dolch und hebt die Arme zum Himmel, ist Verzweiflung, Wut, Weinen und Verfluchung. Eine Megäre in feinster Robe. Hier ist nicht nur die akustische, sondern auch die optische Komponente der Entstehungszeit verpflichtet, der man durch akribische Recherche bei Gestik, Kostümen und Bühnenbild so nah wie möglich zu kommen versucht. Das ist so fremd wie faszinierend.
Nach so viel hohem Gefühl braucht es die komische Entladung, in Haydns hübscher Intermezzo- Buffa „Lo speziale“ – „Der Apotheker“. Wieder mal sucht ein reiches Mündel vor ihrem alten, amourösen Vormund bei einem jungen Kerl Zuflucht. Das ist so quirlig gespielt wie fein gesungen. Und macht Lust auf den nächsten Juli im Stift Altenburg bei Horn.

Matthias Siehler, RONDO Ausgabe 4 / 2015



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin.
Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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