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Qualität trotz Gegenwind

Valery Gergiev kann anscheinend nicht anders. Sobald er auf den russischen Präsidenten angesprochen wird, gibt er sich nicht etwa zugeknöpft. Das genaue Gegenteil ist jetzt wieder während eines Interviews mit der „Deutschen Welle“ passiert. Als Gergiev über das musikalische Interesse des Staatsoberhaupt befragt wurde, meinte er: „Wissen Sie, Präsident Putin ist einmalig: Er interessiert sich für Kinderchöre und hat Zeit dafür!“ Mit dieser Ultranähe zum vielfach geschmähten Putin hat sich Gergiev zwar nicht nur Freunde gemacht, doch hat zumindest seine Reputation darunter nicht gelitten. Gerade dirigierte er die Berliner in der restlos ausverkauften Philharmonie (ein Kritiker mutmaßte tatsächlich, ob der Publikumszuspruch mit Gergievs Äußerungen zusammenhängen könnte). Und als neuer Organisationschef des Tschaikowski-Wettbewerbs hat er für die diesjährige Ausgabe im Juni die einzelnen Jurys äußert prominent besetzen können – etwa mit Leonidas Kavakos, Mischa Maisky, Denis Matsuev, Thomas Quasthoff und Julia Varady.

Guido Fischer, RONDO Ausgabe 2 / 2015



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