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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



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(c) Iko Freese/drama-berlin

Arschwackelwettbewerb: Jacques Offenbachs „Die schöne Helena“

Berlin, Komische Oper

Der Komischen Oper glückt derzeit fast alles. Ob „West Side Story“, „Zauberflöte“, „Ball im Savoy“ oder „Clivia“: Alles super gewesen. Wie das toppen? Die Anstrengung, in Siegesserie weiter zu produzieren und auch Offenbachs „Schöne Helena“ zum Sieg zu führen, ist der Sache diesmal anzumerken. Und zwar gerade an der Kalaschnikow des Frohsinns, die Regisseur Barrie Kosky direkt aufs Publikum richtet. Großer Arschwackelwettbewerb! Lederhosengeschwader und der überkandidelte Sprechstil eines freilich supermotivierten Ensembles scheinen leicht vorhersehbar. Das ist Spiegel der Tatsache, dass Offenbachs Antikenparodien heute nicht mehr leicht zu händeln sind.
Kosky kocht die Geschichte der „schönsten Frau der Welt“, die sich als Ehefrau langweilt und vom ersten, hergelaufenen Schnuckel (namens Paris) entführen lässt, auf den zeitlosen Kern herunter: Helena ist die „Desperate Housewife“ schlechthin. Nicole Chevalier mit Champagner-Quasselwasser im Sopran sieht auch tatsächlich haargenau aus wie Teri Hatcher aus besagter US-Fernsehserie. Ständig werden Chansons eingestreut: „Je ne regrette rien“, Charles Aznavours „Formidable“ und „Ne me quitte pas“. Was den Abend in die Länge zieht. Die Pause kommt zu spät.
Trotzdem hat Kosky wieder reihenweise Darsteller wachgeküsst. Nicht nur Peter Renz als Menelaos, der sogar im Rollstuhl die Pointen souverän abfängt. Tansel Akzeybek (Paris) mag ein Tenor von der Stange sein; sitzt aber auf seiner Helena wie angegossen. Theresa Kronthaler als Crossdresser Orest und Stefan Sevenich als Fettkugel Kalchas: bezaubernd. Erstaunlich, wie es Kosky gelingt, die Verantwortung für einen Abend, bei dem ihm selber gar nicht so viel eingefallen ist, auf seine Mitstreiter zu übertragen. Die retten es. Aufgewacht ist dabei auch Henrik Nánási, der bislang verhaltensunauffällige Generalmusikdirektor des Hauses. Mit wunderfeinen, silbrig-seidigen Klangpointen liefert er – noch ein Superlativ! – den besten Berliner Offenbach seit mindestens 30 Jahren.

Robert Fraunholzer, RONDO Ausgabe 6 / 2014



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin. Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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