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N° 1282
03. - 09.12.2022

nächste Aktualisierung
am 10.12.2022



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Hausputz: Helga Rabl-Stadler und Sven-Eric Bechtolf räumen auf (c) Salzburger Festspiele/Luigi Caputo

Pasticcio

Salzburger Sparmaßnahmen

Bekanntermaßen konnte Salzburgs größter Sohn einfach nicht mit Geld umgehen. Ständig musste er das wohlverdiente Salär auch spendabel unter die Leute bringen. Wie gut, dass bei den Salzburger Festspielen bislang immer wachsame Augen aufs Budget geschaut haben und man nie so richtig über seine Verhältnisse lebte. Doch wie jetzt Festival-Intendant Sven-Eric Bechtolf und Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler bei der Präsentation des Festivalprogramms 2015 zugeben mussten, sind die stolz aufgehäuften Rücklagen von vier Millionen allesamt perdu. Der bisherige Festspielchef Alexander Pereira hatte nämlich leicht übers finanzierbare Ziel hinausgeschossen, indem er ausschließlich auf kostspielige Neuproduktionen setzte.
Nun hat sein Nachfolger Bechtholf, der nur übergangsweise bis 2017 im Amt sein wird, den Salat. Um wenigstens wieder auf die schwarze Null zu kommen, haben er und Rabl-Stadler entschieden, dass es 2015 nur noch drei Opern-Neuinszenierungen, dafür insgesamt vier Wiederaufnahmen und Übernahmen sowie drei konzertante Opern geben wird. Doch auf Halbmast müssen deswegen die Festspielfahnen nicht flattern, so Rabl-Stadler: „Wir kehren damit zu der Praxis zurück, Sachen wieder zu bringen, die sich künstlerisch bewährt haben.“
Übersetzt heißt das: es kommen Bellinis „Norma“ und Glucks „Iphigénie en Tauride“, beides Produktionen von Cecilia Bartolis Pfingstfestspielen, sowie von den letztjährigen Sommerfestspielen Verdis „Il trovatore“ und Strauss' „Rosenkavalier“ zum Zug. Doch wer immerhin noch ein Gesamtbudget von rund 60 Millionen Euro zur Verfügung hat, der hat genügend Spielraum für Neues und Prominentes. Von Barenboim bis Pollini kommen die üblichen Spitzenkräfte. Dafür gratuliert man Pierre Boulez zum 90. Geburtstag. Und zu den Neuproduktionen gehört u.a. Beethovens „Fidelio“ in der Regie von Claus Guth. Dagegen wird wohl auch Bechtolfs Inszenierung von Mozarts „Don Giovanni“ nur rausgeschmissenes Geld sein. Denn die ersten beiden Teile des Mozart/DaPonte-Zyklus wurden von der Kritik regelrecht zerpflückt.

Guido Fischer



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