home

N° 1265
06. - 12.08.2022

nächste Aktualisierung
am 13.08.2022



Startseite · Klartext · Pasticcio

Porträt des Künstlers als passionierter Sammler: Dietrich Fischer-Dieskau (c) Deutsche Grammophon

Pasticcio

Abschiedsgeschenk

Dietrich Fischer-Dieskau war nicht nur der wohl größte Liedtitan auf Gottes Erden. Der Sänger, der 1948 mit Franz Schubert seine atemberaubende Karriere gestartet hatte, war zudem ein waschechter Berliner. Vor zwei Jahren starb Fischer-Dieskau im Alter von 87 Jahren. Und wer wie dieser Enzyklopädist (er hatte rund 3.000 Lieder von mehr als 100 Komponisten im Repertoire), Dirigent, Schriftsteller und Pädagoge einfach nicht von der Musik losgekommen ist, der musste dementsprechend ein Privatarchiv aufgebaut haben, um das sich sicherlich zahlreiche Bibliotheken und Forschungsstellen gefreut hätten. Da Fischer-Dieskau aber noch zu Lebzeiten verfügt hatte, dass sein Nachlass in Berlin bleiben sollte, ging jetzt das umfangreiche Gesamtpaket an die Berliner Staatsbibliothek. Symbolisch übergeben wurde diese wertvolle Sammlung von Fischer-Dieskaus Witwe, der Opern- und Konzertsängerin Julia Varady.
Aus etwa 100 Nachlasskisten besteht die Schenkung, darunter zahlreiche Musikdrucke mit eigenhändigen Notizen, Korrespondenz mit anderen Musikern sowie Manuskripte zu Vorträgen, Verträge, Fotos, Schallplatten und CDs. Und zu den ganz besonderen Erinnerungsstücken gehört der Konzertflügel, den Fischer-Dieskau zu Beginn seiner Karriere in den 50er Jahren gekauft hatte. Denn auf dem innenliegenden goldfarbenen Metallrahmen haben sich zahlreiche Kollegen Fischer-Dieskaus, darunter prominente Persönlichkeiten wie die Stardirigenten Leonard Bernstein und Daniel Barenboim sowie die Komponisten Arnold Schönberg und Aribert Reimann, mit ihren Unterschriften verewigt.

Guido Fischer



Kommentare

Kommentar posten


Was für ein Schatz! Allein für Dieskaus kostbares Klavier lohnt es sich, nach Berlin zu fahren und es - hoffentlich - bestaunen zu dürfen und mit Wehmut des großen Künstlers zu gedenken!


Das könnte Sie auch interessieren

Gefragt

Martin Fröst 

Keine Lust auf Komfortzone

Mit dem Album „Night Passages“ kreist der Klarinettist in intimer Trio-Besetzung um seine […]
zum Artikel

Boulevard

Wenn „Salut Salon“ Weihnachten feiert …

Ein Schuss Jazz, eine Prise Film, ein Löffel Leichtigkeit: Bunte Klassik

Wenn „Mr Sandmann“ „Liebster Schneemann“ heißt, wenn ein Weihnachtslied ohne die typischen […]
zum Artikel


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Benedetto Boccuzzi wurde 1990 in New York City geboren und ist ein Pianist, Improvisator und Komponist. Auf seinem neuen Album „Im Wald“ stellt er Werke der Romantiker Robert Schumann und Franz Schubert den Zeitgenossen Jörg Widmann, Wolfgang Rihm und Helmut Lachenmann gegenüber. Dadurch entsteht ein ästhetischer Dialog zwischen den Generationen, der eine erweiterte Realität abbildet. In dem zweiteiligen Programm wird der Hörer dazu eingeladen, einen imaginären Zauberwald zu […] mehr


Abo

Top