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N° 1236
15. - 21.01.2022

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am 22.01.2022



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Eingestimmt auf Neues: Das Artemis Quartett ruft einen Kompositionswettbewerb aus (c) MolinaVisuals

Pasticcio

Einladung zum Gespräch unter acht Augen

Es war in den 1960er Jahren, als es für einen zeitgenössischen Komponisten fast tabu war, sich der antiquierten Streichquartett-Gattung zu widmen. Glücklicherweise hat sich seitdem die musikideologische Lage wieder mehr als nur entspannt. Und dass dem vernünftigen Vierergespräch einfach nicht der Gesprächsstoff ausgegangen ist, ist vor allem dem Arditti Quartet zu verdanken, das Hunderte von Partituren in Auftrag gegeben und uraufgeführt hat. Doch auch das in Berlin ansässige Artemis Quartett kennt sich nicht nur beeindruckend im Gestern, etwa bei Beethoven und Mendelssohn aus. Genauso fördert das mit Preisen überhäufte Kollektiv um Cellist Eckart Runge das Neue. So haben beispielsweise renommierte Komponisten wie Mauricio Sotelo, Thomas Larcher und Jörg Widmann Werke für die Artemisianer geschrieben.
Bis zum 31. März 2015 wird man aber höchstwahrscheinlich mit Massen von ganz frischen Partituren überhäuft werden. Denn an diesem Tag ist der Einsendeschluss für alle Komponisten, die sich mit einem Streichquartett an dem vom Artemis Quartett erstmals ausgerufenen Kompositionswettbewerb beteiligen wollen. Alle drei Jahre soll dieser Wettbewerb stattfinden, mit dem das Artemis Quartett auch das erste Streichquartett überhaupt sein dürfte, das einen eigenen Kompositionswettbewerb initiiert (Informationen dazu: www.artemisquartett.de). Für die erste Ausgabe konnte man mit Jörg Widmann zudem einen guten Freund für die Juryarbeit gewinnen. Und wer die Auswahlrunden erfolgreich durchlaufen hat, darf sich ganz zum Schluss nicht nur über einen Preisgeld von 5.000 Euro freuen, sondern auch auf die Uraufführung seines Werks Anfang 2016 im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie.

Guido Fischer



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