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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

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am 02.07.2022



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Emmanuelle Haïm

Haïm-Spiel

Wenn Opernhäuser feiern, dann für gewöhnlich mit großer Sängergala. Legendär und dank CD und DVD bestens in Erinnerung sind die Feste der Metropolitan-Opera. 24 Edelstimmbänder gaben im Dezember zur Feier von Emmanuelle Haïms »Concert d’Astrée« im Pariser Théâtre des Champs-Elysées ihr Bestes, bis das Publikum begeistert mitsang. Matthias Siehler war für uns dabei.

Während in der Avenue Montaigne die Schaufenster der Edelcouturiers und die Lichter in den kahlen Bäumen um die Wette strahlten, wurde nebenan an den Champs Élysées im feinen Art- Déco-Rahmen vier Stunden lang ohne eine langweilige Sekunde Musik von Rameau und Lully, von Purcell und Händel gespielt, mit einer Freude und Delikatesse, mit Varianz und Individualität ohnegleichen. Ein solches Sängerfeuerwerk der Barockmusik hat es noch nie gegeben. Und das alles zu Ehren einer Frau, die erst seit zehn Jahren an der Spitze ihres eigenen Ensembles Le Concert d’Astrée im Rampenlicht steht – Emmanuelle Haïm.
Die 49-jährige Pariserin hatte freilich schon länger vorgearbeitet, sie war lange Cembalistin bei William Christie, dem texanischen Hofmarschall des französischen Barock, und sie assistierte bei Simon Rattle. 2000 wagte sie den Schritt in die Unabhängigkeit, hatte schnell ihre eigene Orchester- und Chortruppe, einen Plattenvertrag, der bis heute einen hochachtbaren CD-Ausstoß zur Folge hat, sowie eine Residency an der Opéra de Lille. Obwohl Emmanuelle Haïm in Deutschland selten auftritt – das barockverrückte Frankreich lässt ihr kaum Zeit – verkaufen sich auch hier die Aufnahmen blendend; selbst den Berliner Philharmonikern hat sie bereits den Rameau-Swing beigebracht.
Fragt man, wie das alles in dieser Kürze möglich war, bekommt man zwei Antworten: durch ihre Liebe zur Stimme und ihre Fähigkeit zur Freundschaft. So arbeitete sie schnell mit den größten, vor allem aber den unterschiedlichsten Sängern zusammen. Sie ist keine Dogmatikerin, sie liebt es, Persönlichkeiten aus stilistisch anderen Sphären einzubinden und zu vokalen Seitensprüngen zu verführen. Das wurde an diesem denkwürdigen Galaabend grandios manifest.
Da löste die kapriziöse Natalie Dessay den roten Irrwisch Patrica Petibon ab, die statuarische Anne Sofie von Otter sang mit Philippe Jaroussky im Duett, während dieser später Purcells »Sound the Trumpet« noch hüftwackelnd in eine Rumbanummer verwandelte. Auf den keuschen Oratorientenor Topi Lehtipuu folgte Rolando Villazón mit Latino- Händel. Die Haïm lieben sie alle, die erdige Sara Mingardo und die zarte Sandrine Piau, der schmiegsame Bariton Stéphane Degout und die voluminöse Ann Hallenberg. Und am Ende sangen sie alle, samt dem restlos begeisterten Auditorium, Händels »Halleluja «. Dann pustete die kleine Haïm-Tochter eine Kerze aus. Auf die nächsten zehn Jahre!

Diverse

Une fête baroque

Mijanovic, von Otter, Dessay, Petibon, Jaroussky, Villazón, Piau, Mingardo u.a., Le Concert d’Astrée, Emmanuelle Haïm

Virgin/EMI

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Matthias Siehler, RONDO Ausgabe 2 / 2012



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin. Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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