Responsive image
Gerald Finzi, Arnold Bax, John Ireland

Lo, The Full, Final Sacrifice u.a.

The Choir of Westminster Abbey, James O’Donnell

Note 1/Hyperion CDA 68167
(73 Min., 2/2016)

Wundervolle englische Kathedralmusik: Im Grunde geht sie zurück auf die Spätrenaissance (man denke an John Taverners großartig klangprächtige Messen!) und die Barockzeit, wo Henry Purcell mit seinen erhebenden Anthems Maßstäbe setzte. Nach dem längeren Winterschlaf der englischen Kompositionskunst griffen Komponisten wie Charles Villiers Standford u.a. die Tradition wieder auf – und im frühen 19. Jahrhundert erlebt das Repertoire mit Gerald Finzi, Arnold Bax oder John Ireland eine neue Blüte: Mittlerweile inspiriert durch die Klang-Kosmen der sinfonischen Kathedralorgeln, schufen sie auf Basis biblischer Texte und hochmittelalterlicher geistlicher Lyrik wahre Erlebnis-Landschaften anglikanischen Liturgie-Empfindens.
James O’Donnell und der Chor der Westminster Abbey präsentieren solche Pretiosen und Serien: Auf der vorliegenden CD werden die oben genannten drei englischen Meister gewürdigt, von denen Finzi und Ireland hierzulande allenfalls als Liedkomponisten bekannt sind. Ein inspirierendes Hörerlebnis, geprägt von einhüllendem Kathedral-Feeling, ohne dabei die Nuancen der Texte zu überspielen: Es ist bemerkenswert, welch weites Spektrum an Lieblichkeit einerseits und Dramatik anderseits mit dieser Besetzung möglich ist.

Michael Wersin, 13.05.2017



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Mitten hinein ins Hollywood der 30er Jahre wirft uns Woody Allens neuer Film „Café Society“ – und in das Great American Songbook. Der in die Honigfarben des kalifornischen Sommers getauchte Film lebt atmosphärisch von den inspirierten, swingenden Evergreens des wohl berühmtesten Songwriter-Gespanns Rodgers & Hart. Erzählt wird – wie immer bei Allen betont leicht und beiläufig – die Geschichte vom kleinen jüdischen Juweliersgesellen Bobby Dorfmann. Der darf bei seinem Onkel, […] mehr »


Top