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Giuseppe Verdi, Alfredo Catalani, Gioachino Rossini, Gaetano Donizetti, Giacomo Puccini, u.a.

La Scala (Ouvertüren, Vorspiele, Intermezzi)

Riccardo Chailly, Filarmonica della Scala

Decca/Universal 483 1148
(77 Min., 6/2016)

Italienischer Top-Maestro dirigiert namhaftes italienisches Orchester und italienische Opernouvertüren und Orchesterzwischenspiele von Rossini bis Puccini — mainstreamiger, x-beliebiger kann so eine Produktion kaum ausfallen. So der erste Gedanke bei Riccardo Chaillys Potpourri, das er mit der von seinem einstigen Mentor Claudio Abbado gegründeten Filarmonica della Scala jetzt vorlegt. Doch beim Blick aufs Programm erhellt sich die enttäuschte Miene rasch. Denn statt auf die üblichen Knaller haben die Musiker sich vorrangig auf eher selten zu hörende bis unbekannte Highlights aus Opern spezialisiert, die bis auf zwei Ausnahmen allesamt an der Mailänder Scala uraufgeführt wurden. Da gibt es zwar auch Vertrautes aus Puccinis „Madama Butterfly“ sowie Bellinis „Norma“-Ouvertüre. Ansonsten aber liegt eben der Schwerpunkt auf Raritäten wie Verdis „Il finto Stanislao“ und Rossinis „La pietra del paragone“, Donizettis „Ugo, conte di Parigi“, Giordanos „Siberia“ und Leoncavallos „I Medici“. Ein ganzes Jahrhundert italienische Operngeschichte decken die Werke ab. Und selbst wenn für die Musiker der Großteil des Repertoires ebenfalls absolutes Neuland gewesen sein dürfte, haben sie die jeweilige Klangsprache einfach unüberhörbar im Blut. Da funkelt es grandios beim Orchestermotor-Ingenieur Rossini. Große Gefühle, aber ohne zuckrig-süße Schluchzer gibt es bei der veristischen Herz-Schmerz-Phalanx. Und bei einem Ausschnitt aus Verdis „I Lombardi“ macht der Sologeiger Francesco de Angelis seinem Nachnamen alle Ehre.

Guido Fischer, 15.04.2017



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