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Johann Sebastian Bach

Drei Sonaten für Viola da gamba und Cembalo

Nicolas Altstaedt, Jonathan Cohen

Genuin/Note 1 GEN 13268
(43 Min., 5/2012)

Es ist erstaunlich, was für einen Klang Nicolas Altstaedt seinem Violoncello sozusagen in „historisierender Interpretationsabsicht“ zu entlocken vermag: Zwar ist das Lupot-Instrument von 1821 mit Stahlsaiten bespannt, aber Altstaedt hat es einen halben Ton herabgestimmt und spielt strikt vibratoarm. Das Ergebnis ist ein Timbre, das zwar immer noch weit entfernt ist vom schlanken Näsel-Tonfall der Gambe, in Verbindung mit differenzierter Messa-di-voce-Technik aber dennoch jenen „Alte-Musik-Geist“ atmet, den heutige Hörer zumeist sehr schätzen.
Aber auch wenn das „Stahlgewitter“ der modernen Bespannung sich nur selten und nur für Sekundenbruchteile bemerkbar macht, bleibt das Problem der Balance: So süffig und voll ist der Celloton trotz aller Umsicht des Spielers, dass man wohl die Basslage des begleitenden Cembalos, nicht wirklich aber dessen Diskant als gleichberechtigtes Gegenüber des Streichersounds erlebt – letzteres allerdings wäre angesichts des Triosonaten-Charakters eigentlich unabdingbar.
Den Interpreten ist das Problem bewusst, wie das Beiheft verrät. Dass Jonathan Cohen dennoch keinen Konzertflügel verwendet hat, ist unterm Strich zweifellos ein Gewinn für das gesamte Klangbild als solches. Und da auch die Interpretation der überaus reizvollen Werke eine wahrhaft sprechende, den Hörer mitten ins reichhaltige Geschehen hineinziehende ist, sei diese CD dennoch empfohlen als eine begrüßenswerte Neudarbietung dieser zeitlos schönen Musik.

Michael Wersin, 28.09.2013



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