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Fanny Hensel-Mendelssohn, Felix Mendelssohn Bartholdy

Streichquartett Es-Dur, Streichquartette Nr. 2 (op. 13) und Nr. 6 (op. 80)

Quatuor Ébène

Virgin/EMI 464 546-2
(76 Min., 7 & 11/2012)

Schon die ersten Takte machen glücklich: Beherzt, ja durchaus ein wenig energisch gestaltet das Quatuor Ébène den homophonen Beginn von Felix Mendelssohns a-Moll-Quartett op. 13, zunächst arm an Vibrato und dabei bestechend intonationsrein. Aber schon wenige Takte später verströmt sich die gebündelte Energie mehr und mehr in ein immer beseligteres Singen. Die erste Geige entfaltet ihr intensives, ausgesprochen schönes Timbre nun gelegentlich auch mich satterem, aber niemals unkontrolliertem Vibrato. Kein Zweifel: So bringt man Mendelssohns Musik auf restlos überzeugende Weise zum Sprechen; Ausdruckspotential und makellose Schönheit des musikalischen Satzes werden Hand in Hand zum überwältigenden ästhetischen Erlebnis.
Eine großartige Idee war es auch, zwischen zwei Streichquartetten von Felix Mendelssohn eines aus der Feder seiner nicht weniger genialen Schwester Fanny zu positionieren: Ihr Quartett in Es-Dur, komponiert im Jahre 1834, ist ein Meisterwerk in vorwiegend ernstem Tonfall und erfreut durch die Fülle der brillanten melodischen und harmonischen Ideen.
In Felix Mendelssohns Streichquartett f-Moll op. 80 gerät dann besonders das mitreißend melancholische Adagio zum faszinierenden Erlebnis: Lückenlos wird das An- und Abschwellen der musikgewordenen Emotionen durchgestaltet, der Hörer kann sich der bisweilen fast magischen Anziehungskraft dieser Musik nicht entziehen.

Michael Wersin, 26.01.2013



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